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Ortsteilbericht aus Scheie / Bürgermeister Meyer: Auch bei kleinen Vorhaben nur wenig Chancen

"Wir fühlen uns etwas im Stich gelassen"

Scheie (bus). Die Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung nimmt den Jahreswechsel zum Anlass, um gemeinsam mit den Bürgermeistern respektive Vorstehern der Bückeburger Ortsteile Rückschau auf 2008 zu halten und einen Ausbl ick auf die bevorstehenden zwölf Monate zu versuchen.

Zum Scheier Erntefest reisen einige Gäste zum Teil aus großer En

In Scheie weist die Jahresbilanz Spuren handfester Verdrossenheit auf. "Wir fühlen uns etwas im Stich gelassen", bekennt Ortsbürgermeister Friedrich Meyer. Wenn Meyer den Blick in benachbarte Ortschaften streifen lässt, bleiben ihm allenthalben Investitionen von teils beträchtlichem finanziellen Volumen nicht verborgen. "Ein Sportheim hier, ein Gehweg da, anderswo Straßen und Kinderspielplätze", gewährt er mit einer Andeutung von Resignation Einblick in seine Gedankenklage. In Scheie werde unterdessen "immer nur geschoben". Soll heißen: "Selbst bei relativ kleinen Vorhaben verfügen wir offensichtlich nur über spärliche Realisierungschancen." Als markantes Beispiel führt der Ortsbürgermeister den Aufbau einer Querungshilfe an, auf die die Ortschaft seit wohl rekordverdächtiger Zeit vergebenswartet. Meyer: "Der erste Antrag wurde 1965 gestellt." Auch eine weitere Nummer kleiner - Bankette Mittelstraße, Gosse Nordhofstraße, Fußweg Driftstraße - vermag er kaum ein Vorankommen zu erkennen; vom Endausbau Kurze Straße, der Errichtung eines Fußwegs an der Dorfstraße oder der Ausweisung eines Baugebiets am Krusenkamp ganz zu schweigen. Stattdessen werde in der Stadt über die Schaffung einer Aussichtsplattform und eines Besucherleitsystems in der Bückeburger Niederung nachgedacht. Was nach Ansicht von Landwirt Meyer Schritten in die falsche Richtung gleichkommt: "Man sollte nicht noch mehr Menschen in die Niederung locken und die Natur besser in Ruhe lassen." In der rechtüberschaubar bestückten Positivabteilung des Meyerschen Rück- und Ausblicks tauchen hauptsächlich Aktivitäten der Scheier Einwohnerschaft auf. Das Erntefest mit seinem familiären Charakter und den zum Teil aus großer Entfernung angereisten Gästen habe einen der Jahreshöhepunkte dargestellt. Die mit Abstand erfreulichste Begebenheit sei indes die Gründung der Jugendfeuerwehr gewesen. "Ich hoffe, dass die in Wettbewerben bereits sehr erfolgreichen Mädchen und Jungen noch lange zusammenbleiben", sagt der Ortsbürgermeister. Womöglich mindestens so lange, wie die Ortschaft auf eine Querungshilfe wartet.

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