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Die IGS unter Grundschulen

"Wiederholung alten Stoffes festigt Wissen"

Meerbeck (gus). An der Grundschule Meerbeck gibt es vom Schuljahr 2009/2010 an keine 1. und 2. Klasse mehr. Stattdessen wird jahrgangsübergreifend in der sogenannten Eingangsstufe unterrichtet. Davon versprechen sich die Lehrer, besser auf den jeweiligen Entwicklungsstand der Schüler reagieren zu können.

Das im Frühjahr 2008 präsentierte Vorhaben, Erst- und Zweitklässler in derselben Jahrgangsstufe zu unterrichten, ist jetzt von der Gesamtkonferenz der Meerbecker Grundschule abgesegnet worden. Schulleiterin Bernadette Menzel erwartet als Konsequenz unter anderem eine geringere Quote an nicht versetzten Kindern und bessere Möglichkeiten für "Überflieger", eine Klassenstufe zu überspringen. Die Erst- und Zweitklässler werden ab dem kommenden Schuljahr zwar weiterhin in zwei Gruppen geteilt, aber nicht ihrem Alter entsprechend. Stattdessen entstehen zwei homogene Kreise jeweils mit Erst- und Zweitklässlern. Diese haben fortan einen Teil des Unterrichts gemeinsam. Für den zweiten Teil werden die Kinder nach Alter aufgeteilt. Gemeinsamer Unterricht erfolgt in den Fächern Kunst, Musik, Sport und Sachkunde. Getrennt unterrichtet werden die Schüler der Eingangsstufe in Deutsch und Mathematik. Allerdings gibt es auch in diesen Fächern sogenannte Einführungsstunden, in denen wiederum alle Schüler dieselben Inhalte lernen. "Einige hören dann Wiederholungen",so Menzel. Und das sei auch gewollt. Denn die Wiederholung alten Stoffes festige das Wissen. Dies sei ein Vorteil der Eingangsstufe: Lernschwache Schüler bekommen mit der Wiederholung die Gelegenheit, Verpasstes nachträglich aufzunehmen. Schließlich brauchen manche Schüler länger als ihre Jahrgangsgenossen, um ein Lernziel zu erreichen, erklärt Menzel. Am Ende des zweiten Jahres sollen alle Schüler auf demselben Kenntnisstand sein - so wie auch bisher die Lehrpläne es vorsahen. Allerdings werde nun nicht mehr nach einem Jahr schon ausgesiebt, wer den Stoff nicht ausreichend aufgenommen hat. Weil die Kinder also zwei Jahre Zeit haben, hofft Menzel auf eine geringere Wiederholer-Quote. Denn oft mache es bei einem Schüler eben später "klick", und plötzlich lerne er schneller als zuvor. In der Eingangsstufe werde einem solchen Schüler ein möglicher Misserfolg erspart. Auch in der Gegenrichtung erhöht sich die Durchlässigkeit. Ein besonders guter Schüler, der schon im ersten Schuljahr den Stoff des zweiten Jahrgangs lernen könnte, bekommt mit der Jahrgangsmischung die Gelegenheit dazu. Im Optimalfall könnte er dann schon nach dem ersten Jahr in die dritte Klasse gehen - anstatt sich zu langweilen. Ein wichtiger Bestandteil der Eingangsstufe wird die so genannte Wochenplanarbeit sein. Jeder Schüler kann dabei selbst das Arbeits-Tempo bestimmen, in dem er die gestellten Aufgaben innerhalb einer Woche behandelt. Auch so sollen Unter- wie Überforderungen vermieden werden. Das erinnert an IGS-Methoden. Wird Meerbeck also die IGS unter den Grundschulen? Menzel "Das kann man durchaus so sagen."

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