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Landpartie-Moderatorin Heike Götz bei den Landfrauen

Wie unter alten Bekannten

Rohdental. Die Landfrauen Rinteln-Hessisch Oldendorf, 335 Mitglieder stark, hatten kürzlich die „prominenteste Radlerin Norddeutschlands“, Heike Götz zu Gast. Seit 1999 ist sie Moderatorin der „Landpartie – im Norden unterwegs“, die weit über eine Million Zuschauer regelmäßig sehen.

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Autor:

AnNette Hensel

„Anfangs dachte niemand, dass daraus so ein Urgestein des NDR werden würde“, sagt sie und fügt hinzu: „Eine Sendung war geplant, mittlerweile haben wir rund 150 Folgen gedreht.“

Rund 150 Frauen kommen in der Weinschänke Rohdental zusammen, um zu hören, was die Journalistin, deren Landpartie-Markenzeichen das rote Fahrrad ist, zum Thema „Im Norden zu Hause“ zu erzählen hat.

Ihre eigene Heimat ist Grimmen in Mecklenburg-Vorpommern, aufgewachsen ist Heike Götz in einem Plattenbau. Als Lehrerin erlebt sie in Ostberlin die Wende und damit das Ende der DDR. „Das hat bei manchen die sogenannte Ostalgie ausgelöst, eine Sehnsucht nach der Kindheit, der DDR-Identität“, erklärt sie.

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Mit Blick auf die Nazizeit sei ein Wort wie „Heimat“ belastet, doch beim Sommermärchen 2006 habe man sich wieder getraut, die Deutschlandfahne zu zeigen, mit nationalen Symbolen umzugehen, sagt sie und fährt fort: „Heimat ist ein großes Thema, denn Heimat ist der Ort, mit dem man sich geistig und seelisch verbunden fühlt.“ Heimatgefühle seien an Erinnerungen gekoppelt: Gerüche, Klänge, Augenblicke starker Gefühle. „Heimat ist wichtig, gerade wenn wir sie nicht haben“, betont sie und verweist auf Vertriebene, Flüchtlinge, Auswanderer, „verlorene Heimat“ und die große Sehnsucht nach der glorifizierten heilen Welt.

„Heimat ist der Gegenpart von Globalisierung, Heimat ist Sprache, Tradition, Vertrautes“, so Heike Götz und sie hat viele, den gebannt Zuhörenden geläufige Beispiele auf Lager: Sie zählt alte Haustierrassen auf, heimische Gewächse wie den Bärlauch, Rezepte wie Sülze mit Bratkartoffeln oder Himmel und Erde – und schon ist der Norden mit allen Sinnen spürbar.

Wie unter alten Bekannten gibt sie Einblick in ihre zahlreichen Gespräche mit Menschen, die im Norden leben, arbeiten und mit ihrer Heimat verbunden sind: Bauern, Gärtner, Fischer, Brocken-Benno oder Sauerkraut-Hubert – Menschen vom Lande, deren Lebensart und Kultur sie in der „Landpartie“ ein ums andere Mal vorstellt. Außerdem zeigt sie Impressionen von Ausflügen ins Grüne und Blaue, zum Westerhever Leuchtturm etwa, und es bleibt nicht unbemerkt, dass sie Freude an ihrer Arbeit hat und den Norden mag.

„Früher wurde vom Land nur berichtet, wenn dort etwas passiert war oder es wurden zur Volksmusik verkitschte Aufnahmen unterlegt – wir aber möchten das Leben auf dem Land, die Heimat so zeigen, wie sie ist“, erklärt Heike Götz und ergänzt: „Auch heute wohnen die meisten Menschen dort, wo sie aufgewachsen sind.“ Für ihren unterhaltsamen Vortrag erntet sie Riesenapplaus.

Großes Interesse an dem, was NDR-Moderatorin Heike Götz über Norddeutschland und Heimat zu sagen hat, verspürten die Landfrauen aus Rinteln und Hessisch Oldendorf.ah

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