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Hospizgruppe Obernkirchen-Auetal gibt Ratschläge / Ausbildung neuer Hospizhelfer ab September geplant

Wie reagieren Kinder auf den Verlust eines Elternteils?

Obernkirchen (sig). Unter dem Motto "Kinder trauern anders" hatte die Hospizgruppe Obernkirchen-Auetal zu einem Vortragsabend in die "Rote Schule" eingeladen. Die Referentinnen Ulrike Branahl und Cornelia Schumer, die im Institut "Sonnenblume" auf dem Gut Exten unter anderen trauernde Kinder betreuen, befassten sich mit diesem schwierigen Thema sehr einfühlsam.

Sie berichteten darüber, dass sich solche Kinder oft sehr gegensätzlich verhalten. Tiefe Traurigkeit und fröhliches Spielen könnten schnell aufeinander folgen. "Wir haben durchaus erlebt, dass aus einem apathischen Jungen oder Mädchen plötzlich ein Pausenclown wird", bestätigten die Referentinnen. Häufig würden die Kinder auch die Trauer nur verdrängen, um ihre Angehörigen zu schützen. Besonders problematisch sei es, wenn ein Elternteil stirbt. In dieser Lage würden nur feste Rituale im Tagesablauf zur notwendigen Sicherheit und zum Zurechtfinden in der veränderten Lebenssituation beitragen. Natürlich seien in einem solchen Fall auch ganz persönliche Gespräche hilfreich, bestätigten Ulrike Branahl und Cornelia Schumer. Dabei müsse der Gesprächspartner viel Geduld aufbringen. Eine "Schatzkiste" mit schönen Erinnerungen an den verstorbenen Menschen sei da eine greifbare tröstliche Erfahrung. Niemand sollte glauben, dass man den Kindern das Sprechenüber den Verlust und den Abschied am Sarg nicht zutrauen könne. Auch nicht gelebte Trauer könne krank machen wie alle unterdrückten Gefühle. Welcher Weg im Einzelfall angemessen ist, müsse man herausfinden, betonten die Referentinnen. Wenn das zu schwierig ist, gibt es dafür auch professionelle Hilfe. Eine kleine Ausstellung derökumenischen Gemeindebücherei mit Bilderbüchern zum Thema "Tod" rundete den informativen Abend ab. Die Hospizgruppe Obernkirchen-Auetal, die sich immer am ersten Montag eines Monats um 19.30 Uhr im Pavillon des "Sonnenhofes" trifft, lädt gern interessierte Gesprächsteilnehmer ein. Zusammen mitdem Hospizverein Rinteln werden ab September auch wieder ehrenamtliche Hospizhelfer ausgebildet. Nähere Informationen können unter der Rufnummer 0177-1966249 eingeholt werden.

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