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Insekten vermehren sich wie wild / GVS reagiert nicht auf Hilferuf / Chemiekeule reicht nicht aus

Wie im schlechten Film: Invasion der Feuerwanzen

Rinteln (ur). Die Invasion der Feuerwanzen - das klingt nach großem Kino: Bruce Willis als todesmutiger Chef einer Eingreiftruppe mit Flammenwerfern im Kampf gegen Milliarden von gepanzerten Käfern, die über die Kanalisation in Wohnungen eindringen... Nun, die Wirklichkeit ist zum Glück nicht ganz so dramatisch - aber alle Rintelner, die in ihrem Garten vonder massiven Ballung dieser Insekten betroffen sind, sind ratlos, wie sie der Plage Herr werden können.

Werden zur Plage: Feuerwanzen.

Zwar gibt es im einschlägigen Fachhandel auch chemische Keulen gegen "Pyrrhocoris apterus", doch nützt dies nur wenig, wenn die Maßnahmen nicht in den Brutgebieten der Wanze ansetzen - und die befinden sich vorzugsweise unter Lindenbäumen. Weshalb Ralf Eckel aus der Krankenhäger Straße als betroffener Altstadtbewohner sich auch schon im vorigen Jahr mit der Aufforderung an die GVS wandte, den großen Lindenbaum auf dem Parkplatz zum GVS-Grundstück zu "durchforsten". Auf seinen Brief vom 28. Juli und eine E-Mail vom 22. August 2005 erhielt Eckel am 21. September vomGVS-Sachbearbeiter Günter Brand den Bescheid: "Wir können Ihnen mitteilen, dass nach Laubabwurf die Bäume ausgeästet und heruntergeschnitten werden." Der Laubabwurf kam, der Laubabwurf verging: "Doch bis heute ist daüberhaupt nichts passiert und längst sind neue Generationen von Feuerwanzen unterwegs", klagt der Altstadtbewohner - und auf sein Nachfassen am 19. April erfolgte bis heute keine Reaktion der GVS. Ortstermin bei den Linden an der Parkpalette neben der Volksbank. Tausende der zwölf Millimeter langen Wanzen wimmeln nicht nur an den Stämmen, Ästen und Blättern, sondern auch auf den Bodendeckern darunter und im Rindenmulch. "Die zur Verfügung stehenden Spritzmittel, die wir im öffentlichen Raum ohnehin nicht benutzen dürfen, sind Kontaktmittel - also erreichen sie diemeisten Viecher im Boden und unter den Blättern sowieso nicht", erläutert Stadtgärtner Siegfried Wattenberg das Problem, das sich in diesen Tagen augenscheinlich intensiviert: Zwischen ihren Mahlzeiten am Blütentau haben die Wanzen offenbar nur Sex im Sinn und kopulieren wie die Bonobos. Abhilfe bietet sich nur perspektivisch: "Wir pflanzen nur noch Linden, die nicht träufeln - so wird den Wanzen die Nahrungsgrundlage entzogen." Und irgendwann sei wieder mit einem verminderten Aufkommen zu rechnen.

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