weather-image
15°
Arbeitskreis Dorfchronik schreibt Rolfshagens Dorfgeschichte neu / Steinaxt deutet auf Ursprünge vor 3000 Jahren hin

Wie heißt die Süße Mutter eigentlich mit Familiennamen?

Rolfshagen (maro). Noch will Heinrich Held als Sprecher des Arbeitskreises Dorfchroniküber den Inhalt des umfangreichen Werkes nicht viel verraten, das zur 700-Jahr-Feier im nächsten Jahr erscheinen wird. Nur so viel klingt bei seinen Andeutungen durch: Zwar kann sich das Jubiläum auf Urkunden stützen, in denen Rolfshagen zum ersten Mal erwähnt wurde. Doch tatsächlich ist das Dorf ein paar tausend Jahre älter. Darauf deutet eine Steinaxt hin, die bei Ausgrabungsarbeiten in der Siedlung gefunden wurde. Und dieses Teil geht auf die jüngere Steinzeit zurück, aus der es sogar noch ein Hügelgrab geben soll, das allerdings bisher noch nicht gefunden wurde. Demnach könnte Rolfshagen tatsächlich schon vor gut 3000 Jahren besiedelt gewesen sein. Helds logische Schlussfolgerung: "Wo man Steinäxte findet, haben einst auch Menschen gelebt."

Mehr dazu soll im ersten Kapitel der Chroniküber die "Graue Vorzeit" zu lesen sein. Pech für die Geschichtsschreiber: Steinzeitmenschen heben zwar ihr Werkzeug hinterlassen, aber noch keine Urkunden, auf die sich Historiker berufen können. Heinrich Held und seine Gruppe der Geschichtsforscher wollen sich bei ihrer Chronik aber nur auf amtlich verbriefte Schriftstücke verlassen und nicht auf Vermutungen oder Zahlen, die in der Vergangenheit von Hobby-Heimatforscher aufgeschrieben wurden. Dabei wurde nach Helds Erkenntnissen auch manche falsche Jahreszahl immer wieder falsch abgeschrieben. Nachdem Angelika Schierhölter für den Arbeitskreis nach mehr als 200 Stunden im Bückeburger Staatsarchiv bisher unbekannte Urkunden entdeckt hat, können Held& Co. jetzt Rolfshagens Geschichte teilweise völlig neu schreiben und bisher unbekannte Zusammenhänge neu erklären. 18 Kapitel hat Heinrich Held inzwischen fast fertig und im PC von Elisabeth Fischbeck gespeichert. Jetzt müssen noch die Schulgeschichte von Hans Mudler und die Entwicklung der örtlichen Vereine eingefügt werden. Was in Helds Manuskript zu lesen ist, verspricht manche Überraschung. Wer wusste schließlich bisher, warum das gelb gestrichene alte Mühlengebäude im Kühlen Grund "Schwarze Mühle" heißt und wesentlich älter ist, als bisher bekannte Urkunden vermuten lassen? Andere Frage: Wer zankte sich auf der Zankenburg? Und wie hieß die Süße Mutter mit Familiennamen, und was ist wahr, was Legende in der Geschichte dieses Traditions-Gasthauses? Held erzählt auch die Hintergründe der Napoleon-Schlacht, von der er nur verrät: "Napoleon war jedenfalls nie in Rolfshagen." Auch kann sich die Napoleon-Straße nicht auf den Franzosenkaiser berufen, denn sie wurde erst gebaut, als seine Truppen längst wieder zu Hause waren. Außerdem kann man auf den250 Seiten der Chronik nachlesen, dass es neben der Borsteler Hude auch in Rolfshagen eine Hude gab. Held erklärt auch, wer oder was der Huckeshol war, wie der Bismarckhof zu seinem Namen kam und welcher Bach einst eine Ölmühle angetrieben hat. All dies und viel mehr soll die Dorfchronik beantworten und mit Fotos, Urkunden und Karten illustrieren. Das beschloss jetzt der Arbeitskreis, der sich als Redaktionsschluss den 1. August setzte. Dann folgen noch drei Monate für Korrekturen und redaktionelle Überarbeitungen, dem noch mal drei Monate für Layout und Druck folgen werden. Spätestens am 30. März 2007 soll dann die Chronik fertig sein, für die noch Sponsoren gesucht werden, damit "Rolfshagen Aktiv" die Bücher bei der 700-Jahr-Feier im Mai 2007 zu einemPreis anbieten kann, den jeder bezahlen kann.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare