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Gemeinsam mit Nachbarn lässt sich einiges bewirken / Wettbewerb vom Netzwerk Nachbarschaft

Wie gründe ich eine Initiative?

Hameln/Hamburg. „Wir suchen auch in diesem Jahr wieder Nachbarschaften, die mit ihren Aktionen den multikulturellen, familienfreundlichen und generationenübergreifenden Zusammenhalt im Wohnumfeld stärken“, sagt Erdtrud Mühlens vom Netzwerk Nachbarschaft aus Hamburg. Das Netzwerk aus Hamburg macht sich seit 2004 dafür stark, dass die Aktionen von Nachbargemeinschaften bundesweit bekannt werden – und viele Nachahmer finden. Auf der Homepage des Netzwerkes gibt es auch Tipps, was jeder bei der Gründung einer Initiative beachten sollte, damit es auch klappt:

Im Kleinen anfangen

Mindestens einen Nachbar/innen kennen Sie sicher schon – und machen am besten genau hier den ersten Schritt. Schildern Sie beim nächsten Treff am Gartenzaun, im Hausflur oder einem gemeinsamen Kaffeetrinken ihre Ideen und prüfen Sie erste Reaktionen. Je offener sie bei diesem ersten „Brainstorming“ sind, umso fruchtbarer kann der Austausch sein. Gerade im Zusammenspiel mit anderen eröffnen sich weitere Perspektiven und spannende Möglichkeiten.

Den Stein ins Rollen bringen. Jede/r eingeweihte Nachbar/in ist Multiplikator der Initiative. Wenn er oder sie bereits mit anderen Anwohner/innen im Kontakt steht, kann die Idee nun per „Mund-zu-Mund-Propaganda“ weitergetragen werden. Vielleicht dringt schon bald hier und da eine Rückmeldung an Ihr Ohr und Sie werden angesprochen. Nehmen Sie sich ein Herz und treten Sie nun mit Ihren Ideen oder Wünschen an die „Öffentlichkeit“.

Gehen Sie in die Offensive. Sie wollen Ihre Idee einem größeren Kreis von Nachbarn vorstellen? Dann bereiten Sie eine schriftliche Information mit den Eckdaten und Ihrer Lösungsidee vor und laden mit diesem Schreiben Ihre Nachbarn zu einem Treffen ein. Erbitten Sie eine schriftliche Rückmeldung oder Stellungnahme. Eine weitere Option ist es, eine kleine Umfrage zu machen und so zu erfahren, was andere Nachbarn sich wünschen und welche Vorstellungen sie haben.

Holen Sie sich Feedback. Wichtig: Werfen Sie Ihre Botschaft (Flugblatt und Brief) möglichst nicht wortlos ein, sondern nehmen Sie sich die Zeit und klingeln Sie. In einem kurzen Gespräch überwinden Sie nicht nur die Anonymität, sondern bekommen schon ein erstes Meinungsbild vom Gegenüber. Die Motivation, sich zu engagieren, steigt deutlich, wenn man weiß, mit wem man es zu tun hat.

Ein Treffen organisieren. Wenn Sie ein Treffen organisieren, gestalten Sie es möglichst ungezwungen – im Hof, in der Kneipe um die Ecke oder im privaten Garten oder Wohnzimmer. Eine Vorstellungsrunde ist gut zum Warmwerden. Wichtig ist auch, dass viel Raum für Diskussion und Ideenaustausch bleibt. Dann können Sie gemeinsam viel besser und anhand der vorhandenen Talente und Neigungen konkrete Aufgaben verteilen und Zwischenziele festlegen.

In kleinen Schritten denken. Vom Umfang Ihrer Pläne hängt es ab, wieviel Engagement, Geduld und manchmal auch langen Atem Sie und Ihre Nachbarn benötigen. Versäumen Sie nicht, auch kleine Erfolge zu würdigen, z. B. bei einem sonntäglichen Kaffeetrinken mit den Mitstreiter/innen. So motivieren Sie sich gegenseitig. Die Freude an der gemeinsamen Aktion schweißt zusammen. Wie sooft gilt auch hier: Der Weg ist das Ziel.

Das Netzwerk Nachbarschaft aus Hamburg sucht die schönsten Aktionen 2015. Beim Wettbewerb „Die schönsten Nachbarschafts-Aktionen 2015“ gibt es Preise zu gewinnen. Bewerben können sich alle Nachbarn, die im Wettbewerbszeitraum vom 1. Mai bis zum 15. Oktober miteinander eine gemeinsame Aktion stemmen. Gesucht wird aus folgenden Aktionsbereichen:

1. Begrünungsaktionen 2. Nachbarschaftsfeste

3. Handwerkliches

4. Gemeinnützige Projekte 5. Kreative Aktionen

6. Sportliche Aktionen Und in disem Jahr ganz neu

7. Nachbarschafts-Medien.

Dabei geht es darum, wie sich Gruppen informieren. Die einen informieren sich über Aushänge in Hausfluren, hinter gläsernen Schaukästen, auf Pinnwänden oder über Zettel, die einfach an die Wand geheftet wurden. Immer mehr Nachbarschaften bauen auf ihre eigene Homepage – mit aktuellen Infos für alle. Im niedersächsischen Stiepelse beispielsweise hat sich die Dorfgemeinschaft jüngst digitalen Raum erschlossen. Die aktive Nachbarschaft kündigt ihre Termine online an – vom lebenden Adventskalender über ein Deichkino bis hin zur wöchentlichen Tischtennisrunde. Und hier schreiben die Stiepelser auch ihre Dorfgeschichte nieder. Auf www.netzwerk-nachbarschaft.net finden Sie die Teilnahmebedingungen für den Wettbewerb.

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