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Baugebiet "Vordere Hohefeld": Verfahren offenbart viele Bedenken / Ausschuss setzt Thema ab

WGN befürchtet Eingriff in das Landschaftsbild

Bad Nenndorf (rwe). Das geplante Baugebiet "Vordere Hohefeld" in Bad Nenndorf wirft auf politischer Seite noch viele Fragen auf. Der Planungsausschuss der Samtgemeinde Nenndorf hat die dafür erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes erst einmal von der Tagesordnung genommen. Auch der Bauausschuss der Stadt wird das Thema wohl absetzen.

Dem fast 13 Hektar große Baugebiet "Vordere Hohefeld", das die Volksbank in Schaumburg westlich von Gymnasium und Sportzentrum plant, war bisher eine breite Mehrheit sicher. SPD und CDU hatten das Verfahren auf den Weg gebracht. Der Wählergemeinschaft Nenndorf (WGN) ist das vorgesehene Areal ist zu groß, sie befürchtet den Bau von 170 Wohneinheiten und einen Eingriff in das Landschaftsbild. Der Investor spricht dagegen von 130 bis 140 Reihen-, Doppel und Einfamilienhäusern. Nun gibt es parteiübergreifend offenbar Diskussionsbedarf. Grund dafür dürften die vielen Anregungen sein, die aus der mehr als 50-seitigen Verwaltungsvorlage hervor gehen. Die meisten der eingegangen Vorschläge sind eigentlich Sache der Stadt im Bebauungsplanverfahren, doch auch die Mitglieder im Planungsausschuss der Samtgemeinde wollen mehr Zeit ,um sich ein Bild zu machen. Frank Steen (WGN) stellte den Antrag, sich dem Thema "möglichst schnell" in einer eigenen Sitzung zu widmen. Die vielen Widersprüche hätte die Problematik deutlich gemacht. Er erhielt Schützenhilfe von Lutz Oltrogge (SPD). Die umfangreiche Vorlage liege erst eine Woche vor, seine Fraktion habe gerade einmal 30 Minuten darüber diskutieren können. Es sei unstrittig, dass Bauland in der Stadt fehle, räumte Oltrogge ein. Er forderte aber, die Verkehrsführung im Flächennutzungsplan zu verankern. "Dafür brauchen wir mehr Zeit." Auch Ellen Hültenschmidt (CDU) kam es entgegen, das Thema zu vertagen. "Ich könnte mich anschließen." Sie möchte angesichts der vielen Bedenken das Baugebiet auch im Bauausschuss der Stadt am kommenden Mittwoch von der Tagesordnung nehmen. Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese hatte wenig Verständnis dafür, den Punkt abzusetzen. Auch die Verwaltung habe sich in kurzer Zeit mit dem Thema auseinandersetzen müssen. Er verwies darauf, dass die Beratung für die Gremien in der Stadt vorbereitet sei. Auch dort sind die Parteien noch nicht so weit. So finden die Vorstellungen der Volksbank zur Bebauung der Fläche nicht die ungeteilte Zustimmung in der CDU-Fraktion. Die scheint sich jedenfalls einig mit der WGN zu sein, den geplanten Auslegungsbeschluss im Bauausschuss zu verschieben.

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