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REK geht in die zweite Runde / 70 Millionen Euro Fördergeld

Weserbergland stellt sich neu auf

Weserbergland (HW). Sechs Jahre nach dem Start hat die Lenkungsgruppe der Regionalen Entwicklungskooperation Weserbergland (REK) Bilanzüber die bisherige Zusammenarbeit der Landkreise Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden gezogen und eine zweite Runde eingeläutet. Bei der Sitzung des Gremiums im Hamelner Kreishaus konnte Schaumburgs Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier als Sprecher der REK auch Vertreter des Landkreises Nienburg begrüßen, der sich zwischenzeitlich der Kooperation angeschlossen hat (wir berichteten). Deshalb firmiert die REK fortan als "Weserbergland plus".

"Damit sind wir in der Lage, erfolgreich ein Gegengewicht zur Region Hannover zu bilden", erklärte Schöttelndreier. Der Schulterschluss der vier Landkreise bedeute nicht nur ein Mehr an Fördermitteln, sondern führe dazu, vorhandene Strukturen zu stärken. "Unter dem Dach der REK ist in den vergangenen fünf Jahren eine Vielzahl von Projekten zu unterschiedlichsten regionalen Schlüsselthemen realisiert worden. Das hat der Region etwa 70 Millionen Euro an Fördergeldern gebracht, die nur im Verbund eingeworben werden konnten", betonte Schöttelndreier und nannte die Gründung der "Weserbergland AG" und von "Leader+" als Beispiele für erfolgreichen Aktivismus. Hameln-Pyrmonts Landrat Rüdiger Butte ergänzte: "Eine Kooperation wäre vor zehn Jahren noch undenkbar gewesen." So blickt denn auch Walter Waske, Verwaltungschef im Landkreis Holzminden, zuversichtlich in die Zukunft: "Auf dieser Basis können wir uns jetzt an Projekte herantrauen, die eine völlig neue Qualität haben. Das wird uns allen - Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung - in der nächsten EU-Förderperiode, die 2007 anläuft, ein klarer strategischer Vorteil sein." Laut Schöttelndreier werde bis 2013 mit deutlich mehr als 70 Förder-Millionen gerechnet. Eine genaue Summe wollte er jedoch nicht nennen. "Aber selbst wenn es zu gar keiner EU-Förderung käme, wäre unsere Zusammenarbeit schon ein Wert an sich", unterstrich Nienburgs Landrat Heinrich Eggers die Bedeutung der Kooperation. Genährt worden sei die positive Einschätzung bereits während der Sitzung, als Eric Oehlmann, Leiter der Regierungsvertretung Hannover/Nienburg, das "Erfolgsmodell Weserbergland" lobte und die Unterstützung der Landesregierung für drei neue REK-Projekte in Aussicht stellte. Mit der Nutzung erneuerbarer Energien, dem Ausbau des Gesundheits-Tourismus sowie der Sicherung und Weiterentwicklung ländlicher Strukturen in Verbindung mit Erhaltung und Schaffung neuer Arbeitsplätze seien drei Themenschwerpunkte geschaffen worden. "Damit der ländliche Raum nicht nach und nach entvölkert", sagte Schöttelndreier und nannte als Querschnittsthemen Innovation, Kooperation, Qualifizierung und Demografie. In den vier kooperierenden Landkreisen leben insgesamt 525 000 Menschen, was ein Grund für eine erhöhte Förderung sei. "Weil es neue Verteilungsschlüssel geben wird, die die Einwohnerzahl berücksichtigen", so Eggers. "Alle vier Landkreise müssen eng aneinander rücken und die Interessen auf einen gemeinsamen Fokus ausrichten", forderte Butte. Und Schöttelndreier ergänzte: "Solange es ohne Politik geht, sind wir vier Landräte uns bislang immer schnell einig geworden. Das ist reiner Pragmatismus."

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