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Klanghorizonte-Reihe mit „Stabat Mater“ unter der Leitung von Petri-Pauli-Kantor Gordon Malerba

Werke berühmter Komponisten zu Tod und Ewigkeit

Bad Münder (hzs). „Die Programmauswahl fügt sich gut ein ins Kirchenjahr und thematisiert im Monat November Tod und Ewigkeit“, erläuterte Petri-Pauli-Kantor Gordon Malerba. Seit April 2010 steuert der 31-Jährige die kirchenmusikalischen Geschicke der Gemeinde. In der „Klanghorizonte“-Reihe hatte Malerba zu einem Konzertabend mit zwei Bach-Kantaten und dem nach einem mittelalterlichen Gedicht unbekannter Verfasserschaft von Giovanni Battista Pergolesi für Alt, Sopran, Streicher und Cembalo 1736 vertonten „Stabat Mater“ eingeladen.

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Viel Logistik, Planung und Hilfe sei notwendig gewesen, so Malerba, um etwa das Cembalo aus der hannoverschen Hochschule ins Münderaner Kirchenschiff zu bringen, und auch die Programmauswahl der Reihe müsse sich immer wieder an den knappen Ressourcen ausrichten. Malerba dazu: „Man muss schauen, wer zur Verfügung steht und was womit kombinierbar ist, ohne dass viel zugekauft werden muss.“

Mit der jungen Sopranistin Judith Utz und dem 28-jährigen, bereits im vergangenen Jahr in Bad Münder aufgetretenen Counter-Tenor Kerry Jago sowie dem hannoverschen Streichorchester „Camerata di San Marco“ hatte Malerba diese knifflige Aufgabe exzellent gelöst.

Überaus eindrucksvoll auf der Oboe von Tomoko Udagawa begleitet, brillierte Judith Utz eingangs mit Bachs Kantate für Sopran und Orchester „Mein Herze schwimmt im Blut“. Die Studentin im achten Semester, die eine Karriere als Opern- und Konzertsängerin anstrebt, beeindruckte die rund 60 Zuhörer mit ihrem glänzend disponierten, glockenhellen Sopran. „Gerade alte Musik ist sehr emotional. Die Töne ziehen sich auf und gehen zusammen, da muss man stimmlich flexibel sein“, erläuterte die Studentin.

Beeindruckend und scheinbar ohne jede Anstrengung auch die ausgezeichnete Kopfstimmentechnik von Countertenor Kerry Jago in der Alt-Partie des „Stabat Mater“. „90 Minuten Konzert und eine Stunde Probe vorab hält man bei gutem Training schon durch“, so Jago.

Das auf historische Aufführungspraxis spezialisierte Streich-Ensemble „Camarata di San Marco“ verlieh dem Abend unter der Leitung von Malerba einen ganz besonderen Reiz. „Alte Instrumente wie etwa meine aus dem Jahr 1875 stammende Manufaktur-Geige aus der Bretagne sind heikler und offener im Klang, geben aber ein viel facettenreicheres Klangbild als moderne Instrumente ab“, erklärte Ensemblemitglied Guido Eva.

Am Ende dankten die Zuhörer Programmgestaltern und Akteuren für einen – trotz düsterer Thematik – in der Handhabung und Darbietung musikalischer Techniken stellenweise erfrischend jugendlichen Konzertabend.

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