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Die Bürgermeister-Kandidaten: Stadtkämmerer Wolfgang Seele ist Einzelbewerber

"Wer unabhängig ist, kann mehr bewegen"

Obernkirchen. Wolfgang Seele könnte es sich leicht machen und das ausspielen, was ihn von allen Konkurrenten um das Bürgermeister-Amt deutlich unterscheidet: eine fast 40-jährige Erfahrung in der Verwaltungsarbeit. Aber das will er nicht, das ist nicht sein Stil. Stattdessen streicht er lieber seine Unabhängigkeit heraus: Er ist keiner Partei, keiner Gruppierung verpflichtet und könnte sich als möglicher Bürgermeister in der Sache entscheiden. Da möchte der seit gestern 55-Jährige hin: Den unter seinem Vorgänger Bernd Hellmann begonnenen Prozess fortsetzen und beenden, die Verwaltung in einen modernen Dienstleister um- und dabei eine unabhängige Entscheidungskultur aufbauen, "die es erlaubt, in der Sache zu arbeiten".

Ein Kämmerer, der mehr kann als nur rechnen: Wolfgang Seele ist

Autor:

Frank Westermann

Und da sieht er sich auf dem richtigen Weg, denn nach der Kommunalwahl wird wohl ein deutlich verjüngter Stadtrat in der Bergstadt seine Sitze einnehmen - und vielleicht ohne die bekannten politischen Scheuklappen die Probleme betrachten und möglichst auch lösen. "Als Unabhängiger finde ich leichter Mehrheiten, als wenn ich Mitglied einer Partei bin". So habe er es auch als Kämmerer gehalten: "Ich habe frank und frei mit allen gesprochen." Und: "Der nächste Bürgermeister hat acht Jahre lang die Chance, etwas langfristig anzustoßen." Denn Obernkirchen, da ist Seele sicher, "ist gut aufgestellt." Sicher, die Innenstadt ist keine Goldgrube, "aber wir sind eine sehr familienfreundliche Stadt mit hoher Lebensqualität. Zwar gibt es noch ein paar Ecken und Enden, aber wenn man die vernünftig schleift, dann passt das." Seele ist ein Macher, einer, der einfach mal in eine Veranstaltung hineinschnuppert und dann mit einem Vorstandsamt nach Hause kommt. So war das in Rusbend, als er dort seine "Vereinslehre", wie er es nennt, absolvierte und über den Kassenwart und den Spartenleiter schließlich Vorsitzender wurde. Und so war das auch bei den Schützen. Als Seele vor 16 Jahren bei der Stadt anfing, gehörte es für die Verwaltungsmitarbeiter zum guten Ton, bei den "Schauensteinern" einzutreten. Seele hielt es ebenso, später hat er dann den Sommerbiathlon dort miterfunden. Und natürlich ist sein Name untrennbar mit dem Tanzsport verbunden: Vorsitzender und Trainer im Tanzsportclub Gelldorf. Fachverbandsvorsitzender und damit Chef aller Schaumburger Tänzer - 30 Jahre hat Seele dies Hobby gepflegt und mit der Vereinsarbeit verbunden. Während seines Wahlkampfes hat Seele ein leeres Geschäft in der Fußgängerzone angemietet. Auch wenn er am 10. September und dann in der Stichwahl nicht gewinnen würde, das Geschäft wird er nicht wieder aufgeben: Seine Tochter Ilka wird hier einen Secondhand-Laden eröffnen - "Villa Regenbogen"soll er heißen. Seele freut dieses unerwartete Nebenprodukt seiner Kandidatur: Nachhaltigkeit ist ja auch ein wichtiger Aspekt, den ein Bürgermeister im Auge haben muss.

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