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… bewahrt Ranger Calvin im Krüger-Nationalpark trotzdem die Ruhe. Eine Safari im Süden Afrikas

Wenn zwei wütende Elefanten sich streiten …

Südafrika gehört zu den beliebtesten Urlaubsländern. Weil es seinen Besuchern eine Fülle von Naturschönheiten bietet. Zu den berühmtesten gehört wohl der Krüger-Nationalpark. Doch auch sogenannte Private-Game-Reserves sind gut frequentiert und bieten Luxus auf europäischem Standard.

Ranger Calvin kennt sich in seinem Revier bestens aus. Er weiß: Nashörner können sehr schlecht sehen und diese beiden sind noch

Autor:

Burkhard Assmus

Auf einem Hemd-Aufnäher an seiner Schulter prangt der Kopf eines Löwen vor einer untergehenden Sonne. Es ist das Logo des Private-Game-Reserves „Kapama“. Jenes Reservats, das 1986 in unmittelbarer Nähe des Krüger-Nationalparks gegründet wurde. Das Emblem verrät: Calvin kennt sich aus mit wilden Tieren. Bereits seit Jahren ist er als ausgebildeter Ranger tätig. „Die Nashörner können uns zwar riechen und hören“, weiß er. „Doch auf diese Entfernung sehen sie uns auf keinen Fall.“ Ohnehin können Nashörner schlecht sehen. Ganz im Gegensatz zu Calvin: Seinen Blick hat er geschärft für die Natur. Während er spricht, wirft er immer ein Auge auf die wilden Tiere vor seinem Toyota Land Cruiser. Darin ist er mit seinem „Catcher“ Thully unterwegs und zeigt Touristen in Südafrika seine ganz persönliche Welt der Wildtiere.

Eine Safari gehört so zu einem Urlaub im südlichen Afrika wie der Sand in die Wüste. Sie ist sicherlich das beeindruckendste Erlebnis, das Urlauber bei solch einer Reise machen können. Dabei erfahren sie die außergewöhnliche Flora und Fauna in ihrer Ursprünglichkeit und Vielfalt. Hier, wo die Freiheit noch wild ist. Im faszinierenden Krüger-Nationalpark ist das berauschend. Innerhalb der Nationalpark-Grenzen zeigt sich die Natur so ungezähmt, wie sie ist – das Leben hier gibt sich unbeeindruckt vom Eingriff des Menschen in die Natur. Wer in einem der etwa 20 Nationalparks in Afrika auf Safari geht, der betritt die Tier- und Pflanzenwelt nur, um sie wieder zu verlassen. Besuche sind gestattet. Gestört werden darf hier nicht.

So facettenreich wie die Natur sind auch die unterschiedlichen Nationalparks geprägt davon, in welcher Klimazone Afrikas sie liegen. Und auch das Umfeld ist spannend: So wächst in und um die Nationalparks in der Nähe von Johannesburg sowie in der Region Phalaborwa die Marula-Frucht. Diese Frucht gehört dem Volk: Sie wird von den einheimischen Frauen gesammelt, verkauft und hier professionell zu Maische verarbeitet. Per gekühltem Lastwagen wird sie rund 1500 Kilometer weit nach Kapstadt transportiert, zur Destillation. Denn aus der Marula-Frucht wird ein überaus beliebtes Endprodukt hergestellt: Amarula-Likör.

Wer eine Safari im Krüger Nationalpark unternimmt, wird nicht nur von Giraffen neugierig beäugt.
  • Wer eine Safari im Krüger Nationalpark unternimmt, wird nicht nur von Giraffen neugierig beäugt.
Eine Meinungsverschiedenheit zwischen Elefanten.
  • Eine Meinungsverschiedenheit zwischen Elefanten.
So groß wie eine Mirabelle und goldgelb ist die Marula-Frucht. Sie wird in Kapstadt zu Amarula-Likör verarbeitet – schmeck
  • So groß wie eine Mirabelle und goldgelb ist die Marula-Frucht. Sie wird in Kapstadt zu Amarula-Likör verarbeitet – schmeckt aber auch roh.

Der Tsitsikamma Nationalpark erstreckt sich an der wunderschönen Küstenlandschaft des Eastern Capes und grenzt unmittelbar an an den Urwald an. Hier prallen zwei Phänomene der Natur aufeinander: Der kobaltblaue Horizont zwischen Himmel und Ozean steht im atemberaubenden Gegensatz zu dem satten Grün des Urwalds. Hier gibt es nichts Schöneres, als innezuhalten und tief einzuatmen: einen Atemzug der frischen Luft des Urwalds, bei dem die salzige Meeresbrise auf der Zunge zergeht. Die atemberaubende Aussicht am östlichen Ende der Gardenroute könnte an bildhaften Kontrasten nicht reicher sein.

Im Wilderness Nationalpark an der Gardenroute – zwischen Kapstadt und Port Elizabeth – lässt sich die Wildnis bei einer Safari auf unterschiedlichste Art erleben: als Wandertour entlang der Flüsse, als Ausritt durch die Wälder oder als Bootsfahrt über die Knysna Lagune. Egal wie: Südafrika ist einfach nur schön.

Das prägendste Bild einer Safari bietet der populäre Krüger Nationalpark. Er führt weit über die Grenzen Südafrikas, Zimbabwes und Mosambiks hinaus und bietet auf fast zwei Millionen Hektar unzähligen Wildtieren in beeindruckender Artenvielfalt eine Heimat. Ob zu Fuß, in Gesellschaft von Rangern, im offenen Geländewagen oder im eigenen Pkw, am Tag oder sogar bei Nacht – hier lässt sich auf vielerlei Art der Wildnis nachspüren. Doch für einen Besuch eines Nationalparks oder eines Privat-Game-Reserves mit seinen komfortablen Unterkünften sollte man sich Zeit nehmen – und einen gut gefüllten Geldbeutel im Gepäck haben. Umgerechnet 270 Euro pro Person und Tag sollten für die Unterkunft mit Verpflegung sowie Safari-Ausflügen eingeplant werden. Dafür gibt es auch alle erdenklichen Extras. Vom Stein auf Stein gemauerten Zimmer bis zur zeltähnlichen Hütte reicht die Bandbreite an Unterkünften; der starke Einfluss Europas ist spürbar. Eine Dusche unter freiem Himmel, eine frei stehende Wanne inmitten eines Badezimmers, ein Doppelbett mit Blick auf den Nationalpark oder eine Terrasse, an der der Trampelpfad der Elefanten entlang führt: Ein Safari-Urlaub in Afrika hat seine Reize. Und ist sehr aufregend. Deswegen gibt es bei jeder Pirschfahrt durch den Nationalpark auch nur ein Gebot. „Immer die Ruhe bewahren“, sagt Calvin gelassen, sogar als ein Löwe fauchend den Weg seines Land Cruisers kreuzt.

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