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Die Höhner Rockin’ Roncalli Show in Duisburg / NDZ hautnah dabei

Wenn Musik und Manegenkunst zur perfekten Einheit werden

„Das ist kein klassischer Circus mit einem Circusdirektor, der ruft: „Hereinspaziert“. Ich kann es eigentlich kaum mit Worten erklären – die „Höhner Rockin’ Roncalli Show“ muss man einfach gesehen haben. Circus und Musik gehörten schon immer zusammen – Circus und die Höhner ist das Andere. Hier schreiben wir den Song entsprechend der artistischen Darbietung. Wir schauen uns die Darbietung zunächst an und schreiben dann entweder einen kompletten neuen Song oder wir durchforsten unser Repertoire nach einem geeigneten Stück, das aber nie 1:1 passen wird. Daher müssen wir immer die Titel kürzen oder verändern. Das ganze Zusammenspiel zwischen Musik und Artistik muss auf den Punkt genau kommen – das Timing ist wichtig. Erst dann bekommt das Ganze ein neues Gesicht“, erklärte uns Höhner-Frontmann Henning Krautmacher, der uns vor der eigentlichen Show im Backstage-Bereich schon etwas Circusluft schnuppern ließ.

Aurelie mit ihrer Taube Celeste

Seit dem Jahr 2000 arbeiten die Höhner mit dem Circus Roncalli zusammen, präsentieren nach „(Rhein)-Land des Lächelns“, Minsche, Fiere, Emotionen“ und „SingSalaBim“ mit „Salto Globale“ das nächste Gute-(L)Staune-Projekt.

Henning: Eigentlich sind es elf Jahre, denn wir haben fast ein Jahr an dem Grundkonzept gearbeitet. Du musst ja zunächst dem Kind einen Namen geben. Wir mussten Artisten finden, haben uns mehr als 500 Videos von Darbietungen angesehen, bis wir letztendlich das Nonplusultra der Artistik für unsere Shows in die Manege geholt haben. In diesem Jahr beschäftigen wir uns mit den vier Elementen Erde, Luft, Wasser und Feuer. Dabei stehen die vier Elemente in einer gewissen Abhängigkeit zueinander – wird ein kleines Teilchen entfernt, bricht alles zusammen. Aus unserer Sicht gibt es jedoch ein fünftes Element – nämlich die Musik. Sie ist praktisch das Bindeglied zwischen den vier Elementen.

Doch nicht nur die Höhner’schen Gassenhauer wie „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, „Die Karawane zieht weiter“ oder „Viva Colonia“ hört man an diesem Abend – da erklingen klassische Töne von Edvard Grieg oder „Die Moldau“ von Bedrich Smetana. Um es auf einen Nenner zu bringen: Die Höhner „Rockin“ musikalisch „All Over The World“. Dennoch, die Höhner sehen sich nicht als reine Circuskapelle, denn sie arbeiten auch aktiv im Geschehen mit.

Drei Männer in den besten Jahren – Henning, Hannes und Pet
  • Drei Männer in den besten Jahren – Henning, Hannes und Peter (von links)
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Mit den Seelöwen per „Du“ – die Höhner kurz vo
  • Mit den Seelöwen per „Du“ – die Höhner kurz vor der Show.

Henning: Unter anderem wird unser Schlagzeuger Janus mit einem Seelöwen arbeiten – Keyboarder Peter strapaziert zusammen mit dem russischen Clown Jigalow zum Thema „Wasser“ unsere Lachmuskeln, Multiinstrumentalist Jens wird ebenfalls zum Thema Wasser in einer riesigen Klarsichtkugel durch die Circusarena stapfen, Hannes und ich werden kleine Aufgaben übernehmen.

Und so reiht sich in der Show ein Highlight an das andere – allzeit bejubelt von einem begeisterten Publikum, das man ohne Zweifel sogar als das sechste Element bezeichnen könnte.

Alle Artisten werden gefeiert wie Superstars, die sie auch sind, denn der Clown Jigalow kann voller Stolz den „Silbernen Clown“ sein eigen nennen – bekommen hat er ihn beim Circusfestival in Monte Carlo.

Harmonie zwischen Mensch und Tier demonstriert Aurelie mit ihrer Taube Celeste, während „Sasha – The Frog“ scheinbar vom lieben Gott keine Knochen in seinen Körper gesetzt bekommen hat.

Lara Jocobs unternimmt mit ihrem Derwischtanz einen Ausflug in die faszinierende Welt der Schwingung – Carole Demers von „The White Crow“ zeigt am russischen Barren einen Dreifach-Salto, der dem Publikum Sekunden den Atem raubt.

Henning: Wir sind hocherfreut, dass es kaum Ausfälle während der Shows gibt, doch als während der „White Crow“-Show einmal der Barren brach, war das schon ein derber Verlust, denn die Gruppe konnte gleich an mehreren Vorstellungen nicht teilnehmen. Mit einem Sonderflieger musste dann dieses besondere Fiberglas aus Russland zum Veranstaltungsort eingeflogen werden.

Lautlose Stille, als Mädir Eugster in der Nummer „Sanddornbalance“ 13 Palmäste zu einer schwebenden Skulptur zusammenfügt, Mr. Lo präsentierte die hohe Kunst des Papierreißens, die vier Seelöwen der Familie Duss sorgten mit ihren Kabinettstückchen insbesondere beim jüngeren Publikum für Lachsalven, Trapez-Künstlerin Furia sorgte mit ihrer Darbietung für kurze Atemstillstände unter den Besuchern und Anima Planet zauberte in den unterschiedlichsten Fabel-Kostümen Fantasien der besonderen Art ins Circuszelt.

Henning: Alles in allem haben wir, glaube ich, die richtige Wahl mit der Auswahl der Artisten getroffen. Was teilweise so einfach rüberkommt, ist natürlich jahrelanges Training. Dass uns dabei noch immer Roncalli-Chef Bernhard Paul mit seinem Erfahrungsschatz unterstützt, ist besonders erfreulich. Er hat große Visionen und ist in der Vorbereitungsphase eine große Bereicherung. Ebenso unser Regisseur Thomas Bruchhäuser, der die „Höhner Rockin’ Roncalli Show“ erst verwirklichte.

Sie alle sind „A Part Of It“ – ein Teil dieser Welt und ein Teil dieser Show. „I’m A Part Of It“ lautet auch der Leitsong der „Salto Globale“-Show, mit der die Höhner die vier Elemente erlebbar machen wollen.

Henning: Wir wollen dem Publikum nicht mit dem Zeigefinger drohen, ihm nur die Schönheit und Vielfalt zwischen Himmel und Erde näher bringen. Die gilt es zu erhalten – ohne Wenn und Aber.

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