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Letzter Gottesdienst für Pastorin Uta Bösche-Ritter morgen in Flegessen / Viele Aktionen initiiert

„Wenn es nötig ist, tue ich weiter, was ich kann“

Bad Münder (lil). Gottesdienste mit Tieren, die „Blaue Stunde“ und das Hirtenfeuer – all diese Veranstaltungen in der Kirchengemeinde Flegessen gehen auf das Wirken von Pastorin Uta Bösche-Ritter zurück. „Das Hirtenfeuer hätte ich auch dieses Jahr wieder gemacht, wenn ich nicht ge-hen würde“, sagt die Pastorin. Dass sie Flegessen nach sechseinhalb Jahren verlässt, steht aber fest: Bösche-Ritter verabschiedet sich morgen von ihrer Gemeinde – und diese sich von ihrer Pastorin.

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„Ich wäre gerne hier geblieben“, so die 61-Jährige. „Mit vielen Menschen und dem Ort fühle ich mich verbunden.“ In Bolzum/Wehmingen hat sie eine halbe Pfarrstelle, in ihr neues Amt wird sie am vierten Advent eingeführt. Mit einer zweiten halben Stelle wird Bösche-Ritter beim Kirchenkreis Hildesheim mit dem Schwerpunkt geistliche Bildung tätig. „Das ist der Punkt, warum ich es mache“, sagt die Pastorin, die aus Hildesheim stammt. Ihr Umzug nach Hannover ist für den 1. Dezember geplant.

In Flegessen hat es der 61- Jährigen besonders das Pfarrhaus und die Natur drum he-rum angetan. So hat sie dieses Umfeld immer wieder bei kirchlichen Aktionen mit ein-bezogen. „Wir haben für die Kinder Lucia-Abende am Bach veranstaltet“, nennt die Pastorin ein Beispiel. „Wir haben eine sehr, sehr schöne Kirche. Das ist wirklich ein Ensemble, in dem sich der Glaube gestaltet.“

Ein Teil dieses Ensembles – nämlich das rund 200 Jahre alte denkmalgeschützte Pfarrhaus – wollte die Kirchengemeinde Flegessen jedoch vor einigen Jahren verkaufen. „Es gibt Gebäude, die sollten nicht verkauft werden. Das Pfarrhaus ist ein Identifikationspunkt für die Gemeinde.“.

Das sehen auch der Kirchenvorstand und einige Bürger so. Folglich gründete sich im Februar 2010 der Förderverein Pfarrhaus Flegessen unter dem Vorsitz von Henning Schrader. 65 Mitglieder setzen sich für den Erhalt des sanierungsbedürftigen Gebäudes ein. „Ein sichtbares Zeichen dafür, dass wir uns kümmern, ist die restaurierte Eingangstür“, so Schrader. „Aber das kann nur der Anfang sein.“ Der Verein wolle seine enge Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand fortsetzen. „Durch die fehlende Pastorin hat dieser jedoch eine ganze Menge mehr wichtiger Aufgaben zu tragen“, stellt der Vorsitzende fest.

„Wenn es nötig ist, tue ich auch weiterhin, was ich kann“, so die Pastorin. „Hannover ist ja nicht aus der Welt.“ Was den Erhalt des Pfarrhauses angeht, gelte es nun, eine Vereinbarung mit dem Kirchenkreis zu treffen, so die 61-Jährige.

Stets harmonisch hingegen ist die Zusammenarbeit mit Sekretärin Merle Schrader und Küsterin Ljubov Apelt gewesen. „Die hat ausgezeichnet geklappt“, lobt die Pastorin. Dass sie gerade zu Beginn der Adventszeit ihre Flegesser Gemeinde verlässt, hält Bösche-Ritter selbst nicht für ideal. Als ihre Vakanzvertreterin fungiert Pastorin Nathalie Otte, die für Beber und Bakede zuständig ist.

„Für den Kirchenvorstand ist der Weggang unserer Pastorin zunächst wie ein Sprung ins kalte Wasser“, so Kirchenvorsteher Jürgen Brockmann. „Auf uns kommt ein ziemlicher Aufwand zu, was das Organisatorische angeht. Wir sind in der Pflicht, gewisse Abläufe zu garantieren.“ Was Brockmann am meisten fehlen wird: „Eine persönliche Ansprechpartnerin in der Gemeinde zu haben.“

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