weather-image
16°
Polizeiinspektion: Zahl der Unfalltoten auf Schaumburger Straßen erreicht 2006 Tiefststand

Weniger Unfälle - weniger Schwerverletzte

Landkreis (jl). Das Jahr 2006 wird als eines der unfallärmsten in die Langzeitstatistik eingehen. Im vergangenen Jahren hat es nicht nur absolut weniger auf Schaumburgs Straßen gekracht. Es gab auch weniger Verletzte und die wenigsten Verkehrstoten seit langem. Das geht aus der gestern präsentierten Unfallstatistik der Polizeiinspektion (PI) Nienburg/Schaumburg hervor.

0000438892-11-gross.jpg

"Die durchweg positiven Trends der Vorjahre haben sich verfestigt", läutete PI-Leiter Frank Kreykenbohm die Präsentation der Unfallbilanz für 2006 ein. So ist die Unfallzahl nach dem relativen Spitzenwert der vergangenen Jahre in 2005 (3103) auf 2976 gesunken. Diese Zahl macht den Trend noch nicht ganz deutlich. Er zeigt sich bei der Entwicklung der Unfälle mit Personenschäden. Die sind seit einigen Jahren kontinuierlich gesunken und haben jetzt mit 627 einen vorläufigen Tiefstand erreicht. Besonders bei Verkehrstoten und Schwerverletzten ist in Schaumburg ein deutlicher Rückgang erkennbar. Sieben Verkehrstote (Vorjahr 15) und 117 Schwerverletzte (Vorjahr 146) gab es 2006. Lediglich die Zahl der Leichtverletzten ist geringfügig auf 653 gestiegen. Voll ergriffen von diesem Trend ist eine Gruppe, die noch vor Jahren ein Sorgenkind der Polizei war: die 18- bis 24-Jährigen. Aus dieser Altersgruppe kommt keiner der Verkehrstoten, und die Zahl der Schwerverletzten ist gegenüber 2005 von 25 auf elf gesunken. Die Unfallursachen Alkohol und Drogen sowieüberhöhte Geschwindigkeit sind laut Kreykenbohm auf dem Rückmarsch. Eine mögliche Ursache könnte nach seiner Einschätzung der "Kontrolldruck" sein, den die Polizei durch mehrere große Aktionen in schneller Reihenfolge aufgebaut habe. Gleichwohl sind diese Problembereiche ein wichtiges Feld in der Präventionsarbeit der Ordnungshüter. Diese beginnt im Kindergarten, mit dem Ziel, "dass jedes Kind bis zur Grundschule etwas über Verkehrssicherheit gehört haben muss". Weil bei Jugendlichen die Überzeugungsarbeit über die Gefährlichkeit von Alkohol und Drogen am Steuer "an Grenzen" stoße, setzt die Polizei bei dieser Klientel auf Doppelstrategie. Diese heißt aufklären und kontrollieren. Es mache zum Beispiel nach Infoveranstaltungen an Berufsschulen einen "nachhaltigen Effekt", wenn die Beamten nach Unterrichtsschluss in Schulnähe Kontrollen vornähmen, so Kreykenbohm. Wie bereits im vergangenen Jahr wird die Polizei 2007 Zweiräder stärker unter die Lupe nehmen. Kreykenbohm nannte es "ärgerlich, wenn Dinge produziert werden, die nicht verkehrssicher sind". Der PI-Leiter nannte Fahrräder ohne Lichtanlagen, die einfach so verkauft würden und auf Druck der Polizei erst sicher würden. Ein Problem seien auch Motorroller, die "mit wenigen Handgriffen" bis zu 80 Stundenkilometer schnell gemacht werden könnten und für die jugendlichen Fahrer dann nicht mehr beherrschbar seien. Bei diesen Gefährten wähnt Kreykenbohm eine "hohe Dunkelziffer" auf den Straßen. Bei der Überprüfung wird die Polizei bald den Kontrolldruck erhöhen können. Im Anmarsch ist ein eigener Rollerprüfstand. Solch ein Gerät müssen die Ordnungshüter derzeit noch ausleihen.

0000438892-12-gross.jpg
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare