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Förderverein "Bückeburger Niederung" sammelt 180 000 Euro /Öffnung eines Aue-Altarms und Kleingewässer geplant

Weitere wichtige Schritte zum Renaturieren der Niederung

Bückeburg (rc). Dem Förderverein "Bückeburger Niederung - Eine Landschaft für Mensch und Natur" ist ein wichtiger Schritt zur weiteren Renaturierung des Naturschutzgebietes und der umliegenden Flächen gelungen. Ingesamt konnten Stiftungs- und Fördergelder von 180 000 Euro eingesammelt werden, um drei größere Renaturierungsprojekte in der Niederung zu verwirklichen. Noch aber hat das Projekt einen kleinen Haken, denn es werden insgesamt 200 000 Euro gebraucht. Die restlichen 20 000 Euro soll auf Antrag des Vereins die Stadt Bückeburg zur Verfügung stellen. Gestern Abend beriet der Rat in der Haushaltsdebatte über die Summe. Eine Entscheidung lag bis Redaktionsschluss noch nicht vor.

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In einem Pressegespräch wiesen der Vorsitzende Egbert Schulz und sein Stellvertreter Wolfhard Müller darauf hin, dass die Stadt besonders im Bereich des Hochwasserschutzes Meinsen-Warber von den Projekten profitieren könne. Projekte, die zwar im vor zwei Jahren vorgestellten und von allen Fraktionen im Rat beschlossenen Hochwasserschutzkonzept verankert sind, aus Gründe der Kosten und der Streichung der finanziellen Mittel seitens des Landes derzeit aber nicht umgesetzt werden können. "Uns ist es aber gelungen, Mittel für das Projekt ,Öffnung des Aue-Altarms' zwischen Meinsen und Warber loszueisen. Damit kann die Hochwassergefährdung Meinsens deutlich reduziert werden", machten Schulz und Müller deutlich. Sollte die Stadt die 20 000 Euro bereitstellen, wäre dies auch eine Wirtschaftsförderung, da insgesamt Aufträge über 200 000 Euro vergeben werden. Müller: "Ökonomie und Ökologie können zusammenarbeiten." Die größte Summe, insgesamt 100 000 Euro, steuert die "Kurt-Lange-Stiftung" mit Sitz in Bielefeld bei, die die entsprechenden Projektanträge des Fördervereins befürwortet hat. Weitere 40 000 Euro kommen von "Bingo", weitere 20 000 Euro vom niedersächsischen Landesbetrieb. 20 000 Euro wird der Landkreis hinzugeben. Schulz und Egbert: "Wir sind dem Landkreis sehr dankbar, dass er uns dabei finanziell und planerisch unterstützt hat." Die Projetkte im Einzelnen: Zwischen Meinsen und Warber soll der Aue-Altarm auf einer Länge von rund 1,3 Kilometer ausgebaggert und wiederbelebt werden. Damit kann das "schlimmste Stück" Aue, der tief eingeschnittene, kanalartige Neuarm stillgelegt und als Hochwasserspeicher genutzt werden. Durch die Öffnung werde die Rückstausituation verbessert, bei Hochwasser könnte das Wasser aus den Ortslagen Meinsen und Warber schneller in die Niederung geleitet werden, da dort mehr Flächen zur Verfügung stünden. Der neue Aueverlauf soll größtenteils sich selbst überlassen werden. "Als Flusslauf mit Dynamik, mit verminderter Fließgeschwindigkeit, von der die Tier- und Pflanzenwelt gleichermaßen profitieren." Rund 12 000 Kubikmeter Erde werden ausgebaggert und voraussichtlich auf einer der Bodendeponien am Mittellandkanal gelagert werden können. Derzeit werden noch entsprechende Gespräche geführt. Als zweites Projekt werden mitten im Kern des Naturschutzgebietes und im "Mittleren Bruch" zwei Kleingewässer, so genannte Blänke, ausgehoben: mit einer Größe von rund 4300 und 7100 Quadratmeter. Damit soll der Amphibienbestand erhöht werden. Sie haben zwar ein hohes Potenzial in der Niederung, das bisher aber nicht ausgeschöpft ist. Schulz: "Die fehlen da himmelschreiend." Wenn es nach seinen Wünschen geht, soll es mit den Kleingewässern gelingen, den Laubfrosch in der Niederung heimisch zu machen. Damit soll auch auch ein Projekt des Naturschutzbundes Schaumburgs unterstützt werden, der sich unter dem Titel "Ein König sucht sein Reich" um das Wiederansiedeln des Frosches in Schaumburg bemüht. Als drittes Projekt soll im Bereich der Amtmannschen Wiesenöstlich des Heidornwegs ein rund 10 000 Quadratmeter großer See angelegt werden. Von ihm sollen vor allem die Zugvögel profitieren, "eine interessante Gruppe, für die wir bisher viel zu wenig getan haben." Rund 150 Arten seien in den vergangenen Jahren in der Niederung gesichtet worden. "Damit hat sich bewahrheitet, dass die Niederung ein ganz, ganzwichtiger Trittstein im jährlichen Vogelzug ist." Der Aushub aus den beiden Kleingewässer-Projekten soll ebenfalls auf die Bodendeponien kommen. Geht alles reibungslos über die Bühne, sollen alle drei Projekte bereits im Herbst kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Erfolg für den Förderverein Bückeburger Niederung: Insgesamt 180
  • Erfolg für den Förderverein Bückeburger Niederung: Insgesamt 180 000 Euro konnte der Vorstand mit Egbert Schulz (v.r.) und Wolfhard Müller für drei Projekte einsammeln. Foto: rc
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