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Zweites heimisches Unternehmen engagiert sich für das Gymnasium Ernestinum

Weil Physiker fehlen - Firma Stüken spendet Geräte und bietet Praktika an

Rinteln (la). Ohne Sponsoren geht heute kaum noch etwas - auch nicht in der Schule: Nach der Firma Schwarze (Pott Rum) unterstützt jetzt auch die heimische Firma Stüken im Rahmen einer Kooperation das Gymnasium Ernestinum - genauer: den Physikunterricht.

Physik gehöre nicht gerade zu den Lieblingsfächern der Gymnasiasten, stellte Schulleiter Reinhold Lüthen anlässlich der Übergabe der neuen Geräte durch die Firma Stüken fest. Es werde immer schwieriger, einen Leistungskurs Physik zusammenzubekommen: "Die Mindestzahl von 20 Schülern wird selten erreicht." Die Folgen würden gerade zurzeit sehr deutlich - Physiklehrer fehlten an den Schulen und Fachkräfte in der Wirtschaft. Um die angehenden Physiker zu unterstützen, habe das Gymnasium Ernestinum die Kooperation mit der Firma Hubert Stüken geknüpft. Für 3000 Euro hat die Firma dem Gymnasium das Messwert-Erfassungssystem "Cassy" und dazu noch einen neuen Computer gespendet. Mit dem "Cassy" kann der Physikunterricht anschaulich gemacht werden. Hochsensible Kraftsensoren messen magnetische Strahlungen, elektrische Kräfte und ähnliches, die dann über Grafiken am Computer abzulesen sind. "Durch das Messwert-Erfassungssystem werden die Versuche für die Schüler verständlicher und das Geschehen greifbarer. Das ist ein großer Schritt nach vorn", freut sich der Fachobmann des Gymnasiums, Andreas Gruner. Und auch die Schüler sind begeistert und mit Feuereifer dabei, die neue Anlage auszuprobieren. In den Nachmittagsstunden erkundeten sie sofort die Möglichkeiten des neuen Messwert-Erfassungssystems "intuitiv". "Wir wollen die Naturwissenschaftler der Oberstufe fördern, denn uns fehlt der fachkundige Nachwuchs in den Betrieben", begründete Stüken-Geschäftsführer Dr. Hubert Schmidt die Spende und das Engagement des Unternehmens. Die Kooperation solle aber nicht nur finanzieller Art sein. "Auch inhaltlich wollen wir die Schüler unterstützen", betonte Dr. Schmidt. In regelmäßigen Abständen werden Praktika im Betrieb ermöglicht, und die Mitarbeiter stehen für Informationen und Anregungen zur Verfügung. Auch bei der Erstellung von Facharbeiten hat die Firma Stüken schon mehrere Gymnasiasten unterstützt. "Wir haben den Schülern zum Beispiel Untersuchungen in der Galvanik ermöglicht", schilderte Dr. Schmidt. Ziel der Kooperation sei es, das physikalische Interesse der Schüler zu wecken und zu binden. Die Firma Schwarze stellt (wir berichteten) für den Chemieunterricht Chemikalien, Petrischalen und anderes Material zur Verfügung.

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