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Nur das Bundesverdienstkreuz fehlt: Ehrung des Städte- und Gemeindebunds für Adolf Neitsch

„Weichensteller“ im „Nebenberuf“

Helpsen (gus). Und noch eine Ehrung für Helpsens früheren Bürgermeister: Vom Städte- und Gemeindebund ist Adolf Neitsch am Dienstag mit Ehrennadel und -urkunde für 30-jährige Tätigkeit in der Kommunalpolitik ausgezeichnet worden. Jetzt fehlt nur noch das Bundesverdienstkreuz.

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Der Südhorster ist zwar 43 Jahre lang in Ratsgremien aktiv gewesen – „dafür gibt es aber gar keine besondere Urkunde mehr“, sagte der Geschäftsführer des Kreisverbands Schaumburg um Städte- und Gemeindebund, Fritz Anke, und machte deutlich, wie ungewöhnlich eine so lange Karriere ist. Anke und der Kreisverbandsvorsitzende Arthur Adam waren sich einig, dass diese Ehrung für eine der längsten politischen Laufbahnen im Kreis Schaumburg ausgesprochen wurde.

Die Lobesworte waren zahlreich: „Ein Musterbeispiel für das Ehrenamt“, nannte Anke den im September aus Gemeinde- und Samtgemeinderat ausgeschiedenen Neitsch, der 1968 als stellvertretender Südhorster Bürgermeister angefangen hatte. 1972 wurde er zum Bürgermeister gewählt, nach der Gebietsreform wurde Neitsch 1974 Helpser Bürgermeister und Gemeindedirektor. Letztgenanntes Amt gab er 2009 ab.

Die Doppelbelastung von Bürgermeister- und Gemeindedirektorenposten hob Neitschs Nachfolger Manfred Kesselring hervor. Immerhin musste sein Vorgänger dies zusätzlich „neben dem Beruf“ leisten. Da schwang zwar zwangsläufig der Begriff „Nebenberuf“ mit – doch für die Ehrenämter erhielt Neitsch lediglich eine Aufwandsentschädigung.

Dass Neitsch seine Arbeit dem ungeachtet höchst professionell erledigt hat, daran ließen die Redner keinen Zweifel. „Mit viel Erfolg, Engagement und Bürgernähe“ hat der Geehrte seine Aufgaben nach Worten von Samtgemeindebürgermeister Rolf Harmening erledigt. „Mehr als ein halbes Leben“ habe Neitsch der Politik gewidmet und dabei wichtige Weichen gestellt, beispielsweise für das Schulzentrum Helpsen. Ein passendes Bild, war Neitsch bis zur Pensionierung doch Bahnbeamter.

Adam bezeichnete ihn als „Mann der ersten Stunde“, der Pionierarbeit geleistet habe. Kesselring gab offen zu, dass er Neitschs Wissen wohl noch einige Male werde „anzapfen“ müssen. Und: „Wie Helpsen heute dasteht, ist Dein Verdienst“, so Kesselring.

Zusätzlich zum Bau des Schulzentrums Helpsen nannte Neitsch das Umwandeln der ebenerdigen Bahnübergänge in Über- beziehungsweise Unterführungen einen Meilenstein in seinen 43 Bürgermeisterjahren. Hinzu kamen Projekte wie der Radwegbau zwischen Helpsen und Enzen sowie der Bau der Kinderkrippe auf dem Bergkrug, die dazu beitrugen, dass die Lebensqualität in der Gemeinde Helpsen und deren Nachbarschaft anstieg.

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