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Carola Hartmann kündigt Pachtvertrag für städtisches Ausflugsziel / Ortsrat berät über Nachfolge

Wechsel hinterm Süntelturm-Tresen

Bad Münder. Zum Lutherfest heute werden am Süntelturm wieder Dutzende Besucher erwartet, die von Wirtin Carola Hartmann und ihrem Team beköstigt werden. Für Hartmann ist die 12. Auflage des Festes auch die letzte – zumindest hinter den Kulissen.

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Autor:

Mira Colic

Bad Münder. Zum Lutherfest heute werden am Süntelturm wieder Dutzende Besucher erwartet, die von Wirtin Carola Hartmann und ihrem Team beköstigt werden. Für Hartmann ist die 12. Auflage des Festes auch die letzte – zumindest hinter den Kulissen. Die derzeitige Pächterin der Waldgaststätte hat ihren Vertrag zum 31. März gekündigt. Über ihre Nachfolge berät der Ortsrat Bad Münder in seiner öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 4. November.

Als potenzielle Nachfolgerin hat die Stadt bereits Verhandlungen mit Andrea von Oesen geführt. Die Springerin kennt den Betrieb gut, hat sie doch seit der Übernahme durch die Familie Hartmann in der Gaststätte mitgearbeitet. Dies ist einer der Gründe, warum die Stadt diese Lösung positiv bewertet und auf eine Ausschreibung möglicherweise verzichtet. „Wir bewegen uns hier im Privatrecht, da besteht von unserer Seite keine gesetzliche Verpflichtung für eine Ausschreibung“, erklärt Verwaltungsmitarbeiter Sascha Wiese. „Da sich das Konzept des Gaststättenbetriebes in den vergangenen Jahren bewährt hat und Frau von Oesen keine gravierenden Änderungen vornehmen würde“, wie es in der Beschlussvorlage heißt, lautet die Empfehlung der Verwaltung, ihr den Zuschlag zu erteilen.

Potenzielle Interessenten, und einige dürfte es sicherlich geben, dürfte diese Entscheidung ärgern. „Als ich mich damals um die Pacht beworben habe, gab es zehn Mitbewerber“, erinnert sich Hartmann. Ihre Entscheidung habe ja auch nichts damit zu tun, dass der Betrieb nicht laufe – im Gegenteil. Mit den Jahren sei es „kontinuierlich mehr geworden“. Grund dafür sei sicherlich auch der moderne Internetauftritt, der vor allem junge Familien anspreche. „Außerdem sind wir in dem Buch ,Hannover & Region mit Kindern‘ als Ausflugstipp aufgeführt.“

Nichtsdestotrotz hatte Hartmann im Juli 2007 eine Senkung des Pachtzins durchgesetzt. „Wir heizen hier mit Nachtspeicheröfen und die Stromkosten waren einfach so immens gestiegen. Da haben wir der Stadt gesagt, dass sie entweder eine neue Heizung einbauen oder eben den Pachtzins senken soll.“ Von 775 Euro monatlich ging es auf 630 Euro runter. „Im Wesentlichen“ sollen diese Pachteinnahmen unverändert bleiben.

Aber wenn es nicht an einem mangelnden Erfolg des Betriebes liegt, warum zieht die 53-jährige Hartmann dann nach zehn Jahren („So lange habe ich es vorher noch nie irgendwo ausgehalten“) einen Schlussstrich? Der Grund sei ganz einfach, wie die Gastronomin lachend erklärt: „Die Kinder sind aus dem Haus und mein Mann beschwert sich, dass ich kaum Zeit für ihn habe.“ Von Dienstag bis Sonntag steht die studierte Betriebswirtin hinter dem Tresen oder in der Küche des Süntelturms. Nur montags, dem Ruhetag, habe sie frei. Jetzt wolle das Paar mehr Freizeit miteinander verbringen.

„Ich mache es jetzt erstmal wie Jürgen Klopp und mache Urlaub, was danach kommt, steht in den Sternen.“ Nicht mehr zu arbeiten könne sie sich zwar kaum vorstellen, „ich habe immer gearbeitet“. Den Süntelturm habe sie damals übernommen, weil sie den Tagesbetrieb auch noch mit jüngeren Kindern stemmen konnte. Was ihr von dieser Zeit bleibt? „Dass ich den Wald in seinen Jahreszeiten so lieben gelernt habe, ist diesen Jahren zu verdanken.“ Und der Wald wird mir ja erhalten bleiben, genauso wie der Süntelturm, dann eben für Hartmann nicht mehr hinter, sondern vor dem Tresen.

Am 28. März – ausnahmsweise ein Montag – will Hartmann zum letzten Mal ihre Gäste im Süntelturm besuchen. „Dann räumen wir zwei, drei Tage auf und, wenn alles wie geplant klappt, soll Andrea von Oesen am 1. April schon wieder eröffnen“, erklärt Hartmann.

Das Thema Neuverpachtung steht auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung des Ortsrates Bad Münder. Beginn ist um 19 Uhr im Steinhof.

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