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Watermann: Mit Vollgas auf die Zielgerade

BAD MÜNDER. Stefan Schostok, seit 2013 Oberbürgermeister von Hannover, hat extra Urlaub genommen, um am Stand von SPD-Landtagskandidat Ulrich Watermann an der Süntelstraße mitzuhelfen. Der tritt am Dienstag an, um für sich und seine Partei zu werben.

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Christoph Huppert Reporter

Auch das frischgebackene Bundestagsmitglied Johannes Schraps ist da. „Wir sind doch sturmfest“, sagt er mit einem Lächeln und zieht seine gelbe Regenjacke fester. Das Wetter ist ungemütlich. Derweil schenkt der Kandidat unermüdliche warme Suppe mit Bockwürstchen aus. Die Sitzplätze unterm weißen Zeltdach füllen sich. Es ist Mittagszeit. Die Münderaner Genossen trudeln nach und nach ein und auch die Besucher von Discounter und Getränkemarkt bleiben auf dem Weg zum Parkplatz stehen und suchen das Gespräch.

„Das ist doch viel besser als sich bloß Plakate anzuschauen“, sagt Wolfgang Nootny. Der 78-Jährige hat gleich ein ganzes Bündel Fragen parat: Inklusion, Finanzierung der kleineren Gemeinden, Entwicklungsmöglichkeiten im ländlichen Raum. Watermann, Schostok und Schraps bleiben keine Antwort schuldig. Zufrieden? „Eigentlich schon“, nickt Nootny.

Andere Besucher gehen bei einer heißen Suppe das Wahlprogramm durch, geraten untereinander oder mit münderschen Genossen ins Gespräch. „Wir wollen zeigen, dass wir im Augenblick auf der Überholspur sind“, sagt Watermann. In der Endphase des Landtagswahlkampfes haben die Genossen auf die Mobilisierung der eigenen Klientel umgeschaltet. Stadtteilarbeit wie an diesem Mittag in Bad Münder ist angesagt. „Direkt zu den Menschen gehen, vor Ort“, so Watermann. „Deutlich Flagge zeigen, denn es ist eng. Die Diskussionsphase ist vorbei, jetzt zählt in der letzten Woche einzig die Mobilisierung der Wähler. Also auf der Zielgeraden Kampf bis zur letzten Minute!“ Das sei auch in der SPD-Hochburg Bad Münder kein Heimspiel, warnt Bürgermeister Hartmut Büttner, der in seiner Mittagspause privat vorbeigekommen ist.

„Es ist noch Suppe da“, scherzt jemand. Trotz Regen und Wind ist die Stimmung gut. „Ja, das ist echter Optimismus“, versichert der Kandidat. Der Vorteil: man könne mit einem amtierenden Ministerpräsidenten ins Rennen gehen. „Viele haben die AfD aus Protest gewählt, aber die sehen ja jetzt schon, wen und was sie da gewählt haben“, gibt Watermann zu Bedenken. Auch das Endlosgezerre um die neue Regierungsbildung habe sicherlich einen Einfluss auf die Wahlentscheidung am kommenden Sonntag.

Kostenlose Bildung und Kinderbetreuung sind die Hauptpunkte, die Watermann und seine prominenten Unterstützer auch unterm Zeltdach an die Wähler bringen wollen. „Viele Familien gehen in den Ferien auch mal mit den Kindern tagsüber einkaufen. Die wollen wir ansprechen.“

Bildung und Betreuungsplätze, das seien Themen bei denen sich Watermann sehr gut auskenne, bestätigt Schostok. „Uli hat klare Vorstellungen von einer familienorientierten Politik“, sagt der OB. Seit mehr als 30 Jahren kennen sich die beiden. „Und er ist ein sehr kompetenter Fachmann für innere Sicherheit, weiß bei Polizei und Feuerwehr allerbestens Bescheid.“ Ein weiterer Vorteil: Watermann wisse als versierter Kommunalpolitiker, wie alles finanziert werden könne. „Stimmt“, bestätigt auch Wolfgang Nootny und holt sich einen Nachschlag.

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