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Was Wilko Struckmann im Kampf gegen Milben rät

SPRINGE. Sie sind mikroskopisch klein, aber ihre Auswirkung auf den menschlichen Körper ist oft sehr groß: Bei Rund 15 Prozent der Bevölkerung in Deutschland verursachen Milben allergische Reaktionen. Aber was hilft? Wilko Struckmann weiß Rat.

Apotheker Wilko Struckmann weiß Rat gegen Milben. (Foto: Szabo)

Autor:

PATRICIA SZABO

In Teppichen, Polstern und Matratzen regieren die ungebetenen Untermieter, die für Nichtallergiker in der Regel harmlos sind. Bei Allergikern kann die Hausstaubmilbe jedoch einen erheblichen Ärger verursachen. „Dabei ist vielen nicht bewusst, dass sie allergisch auf Milben reagieren und wollen häufig nur Nasenspray kaufen“, sagt Wilko Struckmann von der Alten-Deister-Apotheke in Springe.

Auf den ersten Blick ähneln die Symptome eines Schnupfens oder einer Erkältung: Gerötete Augen, gereizte Schleimhäute, Niesen und Husten oder Juckreiz. Nicht selten entsteht daraus ein allergisches Asthma.

Verantwortlich für die allergische Reaktion sind jedoch nicht die Spinnentiere selbst, sondern deren Kot. Obendrein sind die Menschen sogar essenzielle Nahrungslieferanten der lästigen Bettgäste: „Pro Tag verliert der Mensch etwa ein bis zwei Gramm Hautschuppen“, erklärt Struckmann. Diese sind für die Milben ein willkommener Imbiss.

Mit mangelnder Hygiene hat die Plage nichts zu tun. Auch kann man die Milben nicht komplett loswerden. Sie mögen Stoffe und Polster, bei Feuchtigkeit und Wärme fühlen sie sich wohl. All das ist im Bett gegeben.

Struckmann rät dazu, je nach Ausgeprägtheit der Symptome, auf Polsterstoffe und Staubfänger zu verzichten und einige einfache Anti-Milben-Maßnahmen zu ergreifen.

„Hilfreich ist spezielle milbendichte Bettwäsche, die in bestimmten Fällen sogar die Krankenkassen bezuschussen können“, sagt er. Diese Wäsche wird über Kissen, Bettdecken und Matratzen gezogen und schützt so vor dem Eindringen der Milben und des Milbenkots. Auch ein Waschgang bei mindestens 60 Grad Celsius tötet das Getier.

Und weil die Spinnentiere keine Temperaturschwankungen und Trockenheit mögen, sollte direkt nach dem Aufstehen das Schlafzimmer gelüftet und die Bettwäsche zurückgeschlagen werden.

Aber wie entsteht eigentlich eine Allergie? Wie kann es sein, dass vermeintlich harmlose Stoffe einen Fehlalarm im Körper auslösen können? Um das zu erklären, nimmt sich der erfahrene Pharmazeut Zeit.

„Eine Allergie ist ein entzündlicher Prozess im Körper und hängt oft mit einem geschwächten Immunsystem zusammen“, veranschaulicht Struckmann. Hierbei spiele der Darm eine große Rolle, wo sich 80 Prozent aller Immunzellen des Körpers befinden. Sei die Darmschleimhaut geschädigt, könnten Schadstoffe und Allergene nicht mehr abgewehrt werden.

Grundsätzlich spricht sich Struckmann dafür aus, die allergischen Beschwerden ganzheitlich medizinisch zu betrachten und nicht nur die Symptome zu bekämpfen, weil die Ursachen sehr individuell sind. Eine Rücksprache mit einem Arzt und eine fachgerechte Behandlung durch einen Allergologen oder Heilpraktiker ist trotz aller vorbeugenden Maßnahmen daher ratsam.

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