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Hameln-Pyrmonts Landrat will mit Holzmindener Kollegen sprechen, aber der redet lieber mit Northeim

Warten auf Waske – Butte bleibt gelassen

Hameln-Pyrmont (ni). Holzmindens Landrat Walter Waske räumt dem Landkreis Northeim offenbar immer noch eine privilegierte Stellung im Reigen möglicher Fusionspartner ein. Während er dem Landkreis Hameln-Pyrmont mitteilte, in dieser Angelegenheit aus terminlichen Gründen erst Ende Januar Zeit für eine Unterredung mit den Spitzenvertretern aus Politik und Verwaltung zu haben, hat er seine Gespräche mit Northeim bereits vor einer Woche aufgenommen.

Bald Seit‘ an Seit‘ am Verhandlungstisch? Rüdiger Bu

Im März 2009 hatte Hameln-Pyrmonts Landrat Rüdiger Butte seinem Holzmindener Kollegen Gespräche über den weiteren Ausbau der schon bestehenden Kooperation angeboten. Eine Antwort auf sein Schreiben erhielt er nie. Statt dessen überraschte Waske im Herbst mit der Ankündigung, er wolle mit dem Landkreis Northeim fusionieren. Wenig später wurde er von seinem Kreistag zurückgepfiffen und am 21. Dezember per Beschluss aufgefordert, „umgehend bei den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Hildesheim abzufragen, ob diese ein Interesse an der Einbeziehung in einen gutachterlichen Untersuchungsprozess“ haben. Schon Mitte Dezember war Butte erneut auf Holzminden zugegangen, hatte ein „vertrauensbildendes Gespräch“ zwischen den Fraktionschefs und Landräten beider Landkreise vorgeschlagen und wurde von Waske auf einen Termin „Ende Januar“ vertröstet. Dass Waske inzwischen längst wieder Verhandlungen mit Northeim aufgenommen hat, befremdet Butte: „Das bilaterale Vorgehen des Holzmindener Landrates in Richtung Northeim ist einigermaßen überraschend für mich.“ Genauso verwundert registriert er, dass Waske die Eckpunkte für das Fusionsgutachten offensichtlich schon festklopfen will, bevor er mit allen potenziellen Partnern gesprochen hat.

Nach Waskes Fahrplan soll der Holzmindener Kreistag am 3. Mai eine erste Entscheidung treffen und das Fusionsgutachten in Auftrag geben. Mitte April soll es dem Vernehmen nach eine gemeinsame Sitzung der Kreisausschüsse von Holzminden und Northeim geben. Die Mitglieder des Hameln-Pyrmonter Kreisausschusses sind dazu zumindest bis heute nicht eingeladen.

Obwohl man das durchaus als Affront auslegen könnte, will sich der Landkreis Hameln-Pyrmont nicht in den Schmollwinkel zurückziehen. „Wir sind weiterhin gesprächsbereit“ sagt Butte und geht davon aus, dass seitens der Politik keine Einwände bestehen gegen die Beteiligung an einem umfassenden Gutachten, in das neben Holzminden und Northeim auch die Nachbarn Hameln-Pyrmont, Osterode, Göttingen und Hildesheim einbezogen werden; und das sowohl die Vor- als auch die Nachteile aller Kombinationen, Kooperationen oder Fusionen aufschlüsselt, die zwischen diesen Kreisen denkbar wären. Die Vorgaben für dieses Gutachten will sich Butte als Spitzenvertreter des Landkreises Hameln-Pyrmont allerdings nicht diktieren lassen: „An der Auftragsvergabe, der Formulierung der Fragestellungen und der Ziele sollten alle Partner in diesem Prozess beteiligt werden“, so seine höflich verpackte Forderung an die Adresse des Kollegen in Holzminden.

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