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Bauausschuss berät Entwurf zum neuen F-Plan

Wanderungsverluste: Stadt muss reagieren

Bückeburg (thm). Der Flächennutzungsplan Bückeburgs ist ein in Ehren ergrauter Papiertiger. 1982 aufgestellt, bis heute 36 Mal geändert, die meisten ausgewiesenen Flächen längst bebaut - diese Zahlen machen klar: Für eine moderne Stadtentwicklung muss ein neuer Plan her. Der erste Vorentwurf ist am Donnerstag im Bauausschuss vorgestellt worden.

Gewissermaßen als Vorarbeit hatte der Stadtrat ein "Städtebauliches Leitbild" ausgearbeitet und kurz vor Weihnachten 2004 verabschiedet (wir berichteten). Die Empfehlungen dieses Konzepts sollen nun in den neuen F-Plan münden. Zweite Planungsgrundlage ist die voraussichtliche Entwicklung der Einwohnerzahl Bückeburgs. Es gibt vier Berechnungsmodelle für eine solche Prognose. Sie alle gehen davon aus, dass die Zahl der Bückeburger in den nächsten zehn Jahren leicht sinken wird. Diese "natürlichen" Wanderungsverluste hätten Auswirkungen auf das Ausnutzen der vorhandenen Infrastruktur, auf die Kaufkraft (und damit für die Wirtschaft) und auf die Bedeutung Bückeburgs als so genanntes "Mittelzentrum". Will also die Stadt ihren Bürgern auch künftig den gewohnten Standard bieten, dann muss sie bestrebt sein, die Wanderungsverluste auszugleichen, und zwar durch das Ausweisen neuer Wohnbauflächen. Die Hamelner "Gesellschaft für Landentwicklung" (GfL), die für die Stadt Bückeburg schon besagtes "Städtebauliche Leitbild" konzipiert hat, zeichnet auch für den Vorentwurf zum neuen Flächennutzungsplan verantwortlich. Kein Wunder also, wenn sich die Grundzüge des Leitbildes auch im F-Plan-Entwurf wiederfinden. Kernaussage: Die Stadt verfügt über ein großes Potenzial zum Entwickeln von Wohnbauland, das weit über den Gültigkeitszeitraum des neuen F-Plans hinausreicht (Bauamtsleiter Soppe: "Für die nächsten 15 bis 20 Jahre"). Hinsichtlich der Gewerbeflächen müsse Bückeburg darauf achten, diese ausreichend vorzuhalten - auchfür Betriebe mit großem Flächenbedarf, und auch für Betriebe mit starken Emissionen. Nur dann könne die Stadt kurzfristig auf etwaige Anfragen reagieren. Auf 34 Seiten fasst der Entwurf als "Konzentration auf das Wesentliche" vor allem statistische Daten als Grundlage für die weitere Planung zusammen, formuliert Ziele und hebt ab aufs bekannte Leitbild. Die Fraktionen nahmen's zur Kenntnis und werden intern darüber beraten.

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