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Mehr als 200 Teilnehmer beim Kreissternwandertag in Beber

Wandern ist nicht nur des Müllers Lust

BEBER/ROHRSEN. Wanderwartin Marita Eickhoff ist glücklich und dankbar. Ein strahlender Maitag mit bereits hochsommerlichen Temperaturen, ein ehrenamtlicher Kraftakt der Dorfgemeinschaft und mehr als 200 Teilnehmer haben den Kreissternwandertag anlässlich des 90-jährigen Besehens des SV Germania Beber-Rohrsen zu einem großen Erfolg werden lassen.

Sicher ist sicher – echte Wanderer sind vorbereitet: Anke Beiße von den „Condoren“, GeTour-Wanderwart Bernd Leithold und Hellen Weidling (re.) haben zum Rucksack auch Schirm oder Regenjacke dabei. Foto: Huppert

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Christoph Huppert Reporter

„Nach 2001 ist das der zweite Sternmarsch hier bei uns und die 36. Sternwanderung des Turnkreises Hameln-Pyrmont“, erklärt die 72-Jährige. 19 Wandergruppen aus dem gesamten Landkreis hatten gemeldet, am Ende gingen neben 180 Gästen noch viele eigene Wanderfreunde auf die drei ausgewählten Strecken. „Die längste führt rauf auf den Süntel, die mittlere Richtung Schmarrie und zurück und die kleine im Raum Beber-Rohrsen. 10, 7,5 und 5,5 Kilometer“, so Eickhoff.

Zu den Klängen der Schützenkapelle Kathrinhagen und des Musikvereins Hülsede trudeln am frühen Nachmittag die Wandergruppen erschöpft aber zufrieden wieder auf dem Festplatz am Dorfgemeinschaftshaus in Beber ein. Zusammen mit sechs anderen Wanderführern hat Heinz Spangenberg, der den SV Germania 19 Jahre lang geleitet hat, eine fast 100-köpfige Gruppe durch die Feldmark geführt. „Wir hatten uns aufgeteilt und zum Schluss gab es nach einer Verpflegungspause auf dem Hof der Ortsbürgermeisterin Elke Osterkamp noch eine kurze Kirchenführung durch Pastor Volkhard Löber“, berichtet der Senior.

Aus Hachmühlen ist der 77-jährige Hans Prasuhn mit dabei. Ohne große Mühe hat er die 7,5-Kilometer-Strecke absolviert. „Tja, die rüstigen Rentner werden immer mehr“, stellt er erfreut fest, und reiht sich in die lange Schlange ein, die sich vor dem üppigen Kuchenbuffet gebildet hat. Zahllose fleißige Helfer haben mehr als 40 Torten und Kuchen gebacken. „Und das auf hohem Niveau, hier gibt es alles“, bestätigt Ratsherr Benjamin Hachfeld hinter der Kuchentheke. Hachfeld ist als Vorsitzender des DRK-Ortsvereins im ehrenamtlichen Einsatz. „Was darf’s sein? Käse? Buttercreme? Schwarzwälder?“ Die Auswahl fällt schwer.

Beim Wandern trifft man nette Leute: Kreiswanderwart Wolfram Wittkopp mit Pokal und Wanderfreundinnen vom SV Germania. Foto: Huppert
  • Beim Wandern trifft man nette Leute: Kreiswanderwart Wolfram Wittkopp mit Pokal und Wanderfreundinnen vom SV Germania. Foto: Huppert
Benjamin Hachfeld (r.) verteilt Süßes an Wanderer.Foto: Huppert
  • Benjamin Hachfeld (r.) verteilt Süßes an Wanderer.Foto: Huppert
Ein Schirm schützt auch vor Sonnenstrahlen. Foto: Huppert
  • Ein Schirm schützt auch vor Sonnenstrahlen. Foto: Huppert

Draußen hat es sich Kreiswanderwart Wolfram Wittkopp mit einigen Stück Kuchen neben einer lustigen Gruppe von Wanderinnen gemütlich gemacht. 26 Vereine mit Wandergruppen gäbe es im Landkreis, berichtet Wittkopp, der zugleich Vorsitzender des Turnkreises Hameln-Pyrmont ist. Doch der Nachwuchs fehlt. „Die Wanderer sind zwar immer rüstiger, aber werden nicht jünger.“ Um so erfreulicher, wenn Sternwanderungen wie diese nicht nur so vorbildlich organisiert, sondern auch so stark besucht seien. „Junge Leute laufen manchmal zwar mit, aber die regelmäßige Vereinsarbeit ist nicht ihr Ding“, klagt der 67-Jährige.

Nach den Anstrengungen der Wanderung ist die Nachfrage nicht nur beim Kuchenbuffet riesig, auch Achim Thomas und Jörg Neumann von der Tafel, die die große 200-Liter-Gulaschkanone aufgebaut haben, haben bereits mehr als 200 Portionen Gulaschsuppe verkauft. An der laben sich auch die Wanderfreunde aus Eimbeckhausen, die mit ihrem Vorsitzenden Udo Mierau die vier Kilometer nach Beber natürlich zu Fuß herübergekommen sind ebenso wie die beiden Ottos aus Hameln. „Hans Otto und Otto Müller“, stellen sich die beiden vor. Der eine hat ein blaues Handtuch als Sonnenschutz ums kahle Haupt geschlungen, der andere trägt ein Schottenhütchen.

„Jeder Teilnehmer bekommt eine Erinnerungsurkunde mit Foto. Der Verein einen Pokal“, sagt Marita Eickhoff. Seit drei Jahren gibt es die derzeit rund 30 Personen starke Wandergruppe im SV Germania. „Ohne die tolle Hilfe unseres Vereins und von vielen Einwohnern aus dem ganzen Ort hätten wird das als Wandersparte alleine nicht geschafft. Ganz großes Lob für die Gemeinschaftsleistung“, strahlt die Wanderwartin. Immer mehr Rucksackträger erreichen den Zielpunkt. Umfunktionierte Regenschirme schützen vor der brennenden Sonne und das abendliche Gewitter ist noch in weiter Ferne. Und alle sind sich einig: Das Wandern ist nicht nur des Müllers Lust.

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