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Kanal- und Leitungsbau hat länger gedauert als erwartet / Grundschule regt Tempo-30-Zone an

Wallstraße bleibt Buckelpiste: Sanierung verzögert sich

Bad Münder (jhr). Das größte Straßensanierungsprojekt in der Kernstadt in diesem Jahr lässt sich zeitlich nicht wie zunächst geplant abwickeln. Ursprünglich war der 20. November als Datum der Fertigstellung angepeilt worden – doch dieser Termin lässt sich nach Mitteilung des städtischen Bauamtes nicht mehr halten.

Vorsicht Straßenschäden: Die Wallstraße wurde zunächst provisorisch geschlossen, die neue Fahrbahn fehlt noch.  Foto: gho

Rund 110000 Euro investiert die Stadt in den Ausbau des südlichen Teils der Wallstraße. Begonnen hatten die Arbeiten mit Kanalbau, auch Energieversorger Eon-Avacon nutzte die ohnehin einmal aufgerissene Fahrbahn, um in diesem Bereich neue Leitungen in den Boden einzubringen. Aufgrund nicht erwarteter Probleme beim Kanalbau und der zusätzlichen Verlegung neuer Wasserleitungen kam es jedoch zu zeitlichen Verzögerungen – und damit zu weiteren Problemen. Die Straßenbaufirma, die den Zuschlag für die Wallstraßensanierung erhalten hatte, konnte nicht wie geplant starten, zog einen anderen Auftrag vor und war damit gebunden.

Zwischenzeitlich hatten sich Anlieger bei der Stadt gemeldet, die bei einer Verschiebung der Sanierung in den späten November oder Dezember um ihr weihnachtsgeschäft fürchteten. Die notwendige Vollsperrung hätte ihr Geschäft zu einer der für sie wichtigsten Zeiten des Jahres vom Publikumsverkehr abgeschnitten. Ebenfalls gemeldet hatte sich die Grundschule, die auf die Besonderheit der Wallstraße als Schulweg hinwies. Ein neuer Fahrbahnbelag, so die Befürchtung von Lehrer- und Elternvertretern, würde Autofahrer zu höheren Geschwindigkeiten verleiten. Die mit der Verwaltung und der Polizei abgestimmte Lösung: Die Einrichtung einer Tempo-30-Zone für diesen Bereich sollte beantragt werden. „Wir haben verschiedene Möglichkeiten diskutiert, aber Lösungen wie ein Zebrastreifen zum sicheren Überqueren der Straße fallen in diesem Bereich aus“, sagt Gerd Stracke vom Bauamt. Auch ein weiterer Aspekt tauchte in den Beratungen mit Polizei und Schule auf: Die Wallstraße sei prädestiniert, um als Schüler das Überqueren einer Straße zu lernen – nur eben nicht, wenn Autos mit sehr hoher Geschwindigkeit fahren würden.

Wann genau die Wallstraße nun eine frische Fahrbahndecke erhält, steht noch nicht fest. Die Arbeiten müssen allerdings abgeschlossen sein, wenn im kommenden Jahr der Ausbau der parallel verlaufenden Bahnhofstraße in Angriff genommen wird.

Begonnen werden soll mit der Sanierung des Gehwegs. Stracke hat bereits angekündigt, dass er in nächster Zeit regelmäßig die Fahrbahn der Wallstraße kontrollieren wird, um bei auftretenden Schäden an der provisorisch verschlossenen Decke schnell Reparaturen veranlassen zu können. Autofahrer werden mit einem Hinweis auf „Straßenschäden“ zu langsamer Fahrweise aufgefordert – das ursprüngliche Hinweisschild „Bauarbeiten“ musste ersetzt werden, weil derzeit keine Bauarbeiten stattfinden.

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