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Verein vor Problemen: E-Lok kann wegen gestohlener Oberleitung nicht fahren

Waldbrandgefahr am Wochenende: Dampflok "Emil" bleibt im Schuppen

Extertal (wm). Weil der Deutsche Wetterdienst die Warnstufe für Waldbrandgefahr am Wochenende voraussichtlich auf die Warnstufe 3, das heißt "mittlere Gefahr", herauf setzen wird, fällt die für Sonntag, 2. Juli, geplante Fahrt der Dampflok "Emil Mayrisch" von Bösingfeld nach Alverdissen aus.

An der Steigung Qualm und Funkenflug. Foto: pr.

Man wolle kein Risiko eingehen, schilderte Jochen Brunsiek, Vorsitzender der Landeseisenbahn Lippe e.V., denn der Bahndamm bei Alverdissen sei dicht mit Gras bewachsen. Durch die starke Steigung muss hier der Heizer kräftig Kohlen nachlegen, da sei Funkenflug nicht auszuschließen. Das heißt, die Lok bleibt kalt im Schuppen, der Wagenzug im Bahnhof Bösingfeld. Für die Eisenbahnfreunde besonders ärgerlich, so Brunsiek: "Früher wäre das kein Problem gewesen, da hätten wir halt die historische Elektrolok von 1927 genommen. Aber die diversen Fahrleitungsdiebstähle der vergangenen Zeit haben uns dieser Möglichkeit beraubt, so muss auch die betriebsbereite E-Lok im Schuppen bleiben." Seit Dezember 2004 ist die Extertalbahn von einer beispiellosen Serie von Fahrleitungsdiebstählen heimgesucht worden - der steigende Kupferpreis von rund 6 Euro pro Kilo habe die Diebe angelockt, erläuterte Brunsiek. Bei einer Tonne sind das 6000 Euro. Mittlerweile haben die ehrenamtlichen Museumsbahner dieÜberreste der Fahrleitung auf der Rintelner Strecke behutsam demontiert, um hiermit die Barntruper Strecke ab Bösingfeld wieder aufbauen zu können. Dort sind die noch vorhandenen Teilstücke der Oberleitung mittlerweile mit einer Alarmanlage gesichert, um bei erneuten Diebstählen sofort vor Ortzu sein und endlich der Täter habhaft zu werden. Zweites Handicap der Bahn: Weil eine Brücke saniert wird, kann der historische Zug nur von Bösingfeld bis Alverdissen fahren. Zum nächsten Betriebstag am 30. Juli hoffen die Eisenbahner jetzt erst einmal auf etwas feuchteres Wetter. Brunsiek: "Ein paar Regenschauer zwischendurch können die Lage schon wieder anders aussehen lassen."

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