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Ominöser Interessent bietet nach Makler-Angaben 340 000 Euro mehr – gibt sich aber nicht zu erkennen

Wald für eine Million an die Reihebürgerschaft

Bad Münder (st). Der Vertrag mit der Reihebürgerschaft Bad Münder ist nach Angaben des zuständigen Makler-Büros Flohr und von Richthofen „unterschriftsreif“. Für rund eine Million Euro soll die Stadtforst Deister zu großen Teilen an die Reihebürgerschaft verkauft werden. Der mündersche Ortsrat hat sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig für den Verkauf an den forstlichen Realverband ausgesprochen. Und das, obwohl der Verwaltung ein deutlich höheres Angebot vorliegt.


Problem des vermeintlichen Angebotes, das bei rund 1,3 Millionen liegen soll: Der Kaufinteressent hat sich bislang nicht vorgestellt. Das Maklerbüro Evers hatte der Verwaltung Mitte Februar ein entsprechendes Schreiben zukommen lassen, ohne jedoch den Interessenten zu benennen. Bis spätestens gestern Abend – vor der Sitzung des Verwaltungsausschusses – hatte die Verwaltung laut Sachbearbeiter Sascha Wiese auf nähere Informationen zum potenziellen Käufer und dessen Bonität erwartet, diese aber nicht erhalten.

Laut des Maklerbüros Flohr und von Richthofen seien die Verhandlungen mit der Reihebürgerschaft ohnehin schon so weit gediehen, dass im Falle einer Verzögerung durch die Prüfung des ominösen Kaufinteressenten Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden könnten. Außerdem hatte sich der Verwaltungsausschuss am 2. Dezember des vergangenen Jahres bereits dazu entschlossen, Verhandlungen zum Verkauf der Forst ausschließlich mit der Reihebürgerschaft und der Familie Bogorinsky, der Betreiberfamilie des Berggasthauses Ziegenbuche, zu führen. Die Bogorinskys nämlich wollen ein kleines Stück des Gebietes kaufen, das an das Grundstück der Ziegenbuche anschließt.

Ortsratsbetreuer Tobias Pischel teilte auf der jüngsten Sitzung mit, dass außerdem die Awo-Gesundheitsdienste (Awo-GSD) am Kauf eines schmalen Streifens an der Deisterallee interessiert seien. Das Unternehmen wolle dort Parkplätze errichten. Die Mitglieder des Ortsrates gaben anschließend auch weiteren Verhandlungen mit der Awo-GSD ihren Segen.

Nicht zuletzt herrschte parteiübergreifend Erleichterung darüber, dass es auf einen Verkauf an die Reihebürgerschaft hinauslaufe. „Ich bin froh, dass es die Reihebürgerschaft ist“, sagte Henning Schnelle (CDU). Dem stimmten neben Uwe-Peter Keil (SPD) auch Hubertus Wöllenstein (KWG) und Helmuth Mönkeberg (proBürger) zu. Uwe Nötzel (SPD) ist nach eigenen Angaben prinzipiell gegen den Verkauf, würde aber bei der Reihebürgerschaft ein Auge zu drücken.

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