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Initiative Pörtners: Teilnahme Stadthagens am Modellprojekt ausloten

Vorstoß für Islamunterricht in Deutsch

Landkreis (ssr). Die Leitung der Stadthäger Aksa-Moschee und der Landtagsabgeordnete Friedel Pörtner (CDU) loten Möglichkeiten aus, Islamunterricht in deutscher Sprache an den Stadthäger Grundschulen einzuführen. Dazu hat eine Delegation der Aksa-Moschee unter Leitung von Ali Ünlü mit Experten des niedersächsischen Kultusministeriums verhandelt. Die Vertreter des Ministeriums schilderten die Grundzüge eines Pilotprojekts, das bisher an 19 Grundschulen in Niedersachsen läuft.

Ministerpräsident Christian Wulff (3.v.r.) trifft die Delegation

Auch Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) stieß zu der Diskussionsrunde und gab zu verstehen, dass "ich sehr engagiert die Bemühungen für Islamunterricht in deutscher Sprache unterstütze". Er sprach den Stadthäger Vertretern Mut zu, dieses eventuell schon zu Beginn des neuen Schuljahres auf den Weg zu bringen. Er bat Pörtner, den Prozess weiter zu begleiten. Vor dem Termin in Hannover war es in den Räumen des Türkisch-Islamischen Kulturvereins in Stadthagen zwischen Pörtner und dem Vorstand des Vereins zu einem intensiven Gedankenaustausch gekommen. Die Initiative war von Pörtner ausgegangen. Er halte den Modellversuch für erfolgversprechend, auch die Kirchen sähen ihn positiv. Gerade inStadthagen mit seinem relativ hohen Anteil an türkischer Bevölkerung verspreche er sich von einem Islamunterricht an Grundschulen einen wichtigen Beitrag zur Integration, unterstrich Pörtner. Auch die Vorstände der Aksa-Moschee und des Kulturvereins fänden den Ansatz eine "tolle Idee", stimmte Ünlü zu: "Im Grundsatz wollen wir das erreichen." Es wäre gut, wenn durch staatlichen Unterricht alle türkischen Kinder etwas von ihrer Religion lernen würden. Dieser Unterricht dürfe allerdings nicht darauf abzielen, "dass die Schüler ihre Identität verlieren", betonte Ünlü: "Integration ja, Assimilation nein." Gerade die kulturelle und religiöse Vielfalt könne zu einem Reichtum der Gesellschaft in Deutschland werden. Nach Vorstellung der hiesigen Islam-Vertreter sollten die Unterrichtsinhalte gemeinsam von denörtlichen Moscheen und den staatlichen Behörden ausgearbeitet werden. Eine wichtige Frage sei noch, fuhr Ünlü fort, wer den Unterricht an den Grundschulen erteilen solle. Seiner Meinung nach sollten das nicht schlicht türkische Türkisch- oder Deutschlehrer sein, denn nicht jeder von denen bekenne sich bewusst zum Islam. "Der Islamunterricht muss also von pädagogisch ausgebildeten Fachleuten der Religion Islam erteilt werden", so die Forderung. Ünlü betonte abschließend, unabdingbare Voraussetzung für das weitere Verfolgen dieses Vorstoßes sei eine Absprache zwischen den drei Moscheen in Stadthagen: "Nur wenn wir das alle wollen, wird es erfolgreich sein." In den kommenden Wochen soll es eine Reihe von Gesprächen dazu geben.

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