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Im Vehlener Kindergarten fällt eine Stelle weg / Unternehmen will auswärtige Kinder unterbringen

Vormittagsgruppen nur zu 79 Prozent belegt

Obernkirchen (sig). Die negative Bevölkerungsentwicklung bereitet der Bergstadt Probleme: Dass die Einwohnerzahl unter 10 000 gerutscht ist, wirkt sich unter anderem auf die Anteile aus der Einkommensteuer und auf den Stellenplan der Stadt aus. Und auch die Schulen und Kindergärten bekommen diese Entwicklung zu spüren. Mit der Auslastung der städtischen Kindergärten hat sich der Ausschuss für Jugend, Soziales und Sport bei seiner Sitzung am Mittwochabend im Rathaus befasst.

Guter Laune sind diese Jungen und Mädchen, die zur Fische-Gruppe

Im Mittelpunkt der Beratungen stand dabei, wie die künftige Belegung der vier städtischen Einrichtungen sein wird und ob Gruppen und damit auch Stellen von Erzieherinnen wegfallen. Immerhin bringt die Stadt im Jahr 730 000 Euro für ihre Kindergärten auf. Die Eltern zahlen 315 000 Euro, und vom Land gibt es einen Personalkostenzuschuss in der Größenordnung von 206 000 Euro. "Jeder Kindergartenplatz kostet monatlichüber 300 Euro", machte der stellvertretende Stadtdirektor Bernhard Watermann in der Sitzung das finanzielle Volumen deutlich. Entsprechend den Vorschriften des Gesetzgebers besteht eine Kindergartengruppe maximal aus 25 Jungen und Mädchen. Dafür sind zwei Betreuungskräfte eingeplant. Werden es 16 Kinder oder weniger, fällt eine Stelle weg. Eine solche Situation gab es 2004 bei einer Nachmittagsgruppe im Kindergarten am Kammweg und im Vorjahr bei einer Vormittagsgruppe in Krainhagen. Demnächst steht ein solcher Schritt für den Kindergarten im Vehlener Dorfgemeinschaftshaus an. Hier entsteht am 1. August eine freie Kapazität von 23 Plätzen. Nachdem aus Vorschülern Abc-Schützen werden, mangelt es an Nachrückern. Über die notwendigen Konsequenzen soll in Kürze mit den Eltern gesprochen werden. Nach den bislang vorliegenden Anmeldungen beträgt die Auslastung für den Vormittagszeitraum vom 1. August dieses Jahres an nur 79 Prozent. Sie steigert sich jedoch ein Jahr später wieder auf 88,5 Prozent. Nachmittags gibt es keine großen Veränderungen. Im Kindergarten am Kleistring sind noch einige Plätze frei, beim Kammweg jedoch nicht.Beim Ganztagsangebot am Kleistring besteht weiterhin keine freie Kapazität. Auch die integrative Gruppe am Kammweg, in der behinderte Kinder mit betreut werden, hat ihre maximale Auslastung nahezu erreicht. In den vier städtischen Kindertagesstätten stehen insgesamt 277 Plätze zur Verfügung. Davon sind zurzeit 219 belegt - das sind 79 Prozent. Aufgrund der Voranmeldungen soll sich dieses Ergebnis bis zum 1. Juli 2007 auf 88 Prozent verbessern. Das macht Hoffnung. Es gibt Möglichkeiten, diese Situation noch zu verbessern. Wie Bernhard Watermann dem Fachausschuss mitteilte, hat ein heimisches Unternehmen nachgefragt, ob auch die Chance besteht, die Kinder auswärtiger Mitarbeiter in Obernkirchener Kindergärten unterzubringen. Es zeichnete sich ab, dass dieses Vorhaben durchaus positiv aufgenommen wird. Eine entscheidende Voraussetzung aber ist, dass dies kostendeckend geschieht. Der Fachausschuss kann sich vorstellen, dass sich die Firma in die Pflicht nehmen lässt, dieses Vorhaben zu unterstützen. Und wer weiß - vielleicht wird die Bergstadt ja eines Tages zum Wohnsitz der ganzen Familie. Gegen eine solche Entwicklung dürfte sich hier niemand sträuben. Manfred Eßmann wies darauf hin, dass auch Obernkirchener Kinder aus ähnlichen Gründen einen Kindergarten in Bückeburg besuchen. Aus diesem Grund hat die Nachbarstadt schon wegen eines Kostenausgleichs bei der Stadtverwaltung nachgefragt.

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