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Ein erfolgreiches Projekt zwischen Schule und Jugendzentrum wird auch 2009 fortgesetzt

Von wegen: Erwachsen werden ist leicht

Obernkirchen (sig). Nichts gehtüber eine wohlbehütete Kindheit. Aber danach kommt unaufhaltsam das Erwachsenwerden. Und das ist mit freudvollen, aber auch mit mancherlei leidvollen Erfahrungen verbunden. Es macht viel Sinn, die Kinder von einem bestimmten Alter an darauf vorzubereiten. Deshalb haben das Schulzentrum "Am Ochsenbruch" und das Jugendzentrum gemeinsam ein Projekt ins Leben gerufen, das diesem Ziel dient.

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Die Schulsozialarbeiterin Julia Wiersig und die Sozialpädagogin Susanne Veentjer haben an dem dazu gehörenden Konzept gearbeitet und es ausgefeilt. Den Auftakt bildete ein zweitägiger Workshop für die Klasse 5/R2. Die elf- bis zwölfjährigen Realschüler sollten im ersten Schritt zunächst einmal sich selbst und die anderen Kinder "identifizieren". Die Frage nach dem "Wer bin ich eigentlich?" lässt sich gar nicht so einfach beantworten, wie mancher vielleicht denken mag. Wenn man gebeten wird, einen Klassenkameraden vorzustellen, dann gibt es bereits die ersten Probleme. Vor allem, wenn man jemand aussuchen soll, den man am wenigsten kennt. Auf den anderen einzugehen, sich mit ihm im Rahmen eines Interviews zu befassen - das fördert in jedem Fall den Gemeinschaftsgeist. Und um den ging es auch, ebenso wie um den Abbau von Vorurteilen. Dazu trugen unter anderem Spiele zum besseren Kennenlernen bei sowie die Fähigkeit zur Kooperation, die im späteren Leben sicherlich vieles einfacher macht. Andere aufbauen, anerkennen und loben - das schafft bessere zwischenmenschliche Beziehungen und eine andere Arbeitsatmosphäre als wenn sie von Neid, Missgunst und Rivalität geprägt wird. Susanne Veentjer: "Wir legen ein wichtiges Augenmerk darauf, Vorurteile zu beseitigen, gegenseitigen Respekt aufzubauen und das Selbstvertrauen jedes Kindes zu fördern. Das stärkt zugleich die Teamfähigkeit. Auf diesem Weg wollen wir bei den nächsten Workshops weitermachen, die im Januar und Februar folgen. Das Leben besteht nicht nur aus Schule und Leistung, sondern auch aus dem funktionierenden Miteinander in der Gemeinschaft." Deutliches Lob kam von dem elfjährigen Bastian Klein aus Obernkirchen: "Wir hatten viel Spaß und haben viel Neues gelernt, was uns weiterbringt. Die Erzieherinnen haben uns ganz lieb und freundlich behandelt." Ganz drastisch wurde den Kindern deutlich gemacht, was man von Stänkern und Streithammeln hält, die andere anmachen und bedrohen. Die Puppe "Fred", die eine solche unangenehme Figur verkörperte, flog auf dem kürzesten Weg aus dem Fenster.

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