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Projekt Pottland – Phase zwei: fünfteilige Gemeinschaftsausstellung über die alte Töpferregion in Planung

Von Bad Münder in die Welt: Töpfe, Teller, Tassen

Bad Münder (st). Michael Meier betrachtet ein langes Regal voller Töpfe, Teller, Krüge, Tassen – die Keramikware ist nicht neu, ganz im Gegenteil. Manche Stücke haben mehrere Hundert Jahre auf dem Buckel, und sie sind ihnen anzusehen. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind einst in der Vorstadt Bad Münders hergestellt worden, in einer der zahlreichen Töpfereien.

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Eine Gemeinschaftsausstellung des Museums im Wettberg’schen Adelshof mit vier weiteren Museen aus der Region soll nun bald die Töpfergeschichte des sogenannten Pottlandes beleuchten. Zurzeit ist die Archäologin Karola Kröll aus Kiel dabei, die wichtigsten Stücke aufzunehmen.

„Ich notiere nur kurz, welche Sachen in welchen Museen vorhanden sind. Hinzu kommen einige Angaben zu Form, Größe und Material der Stücke“, sagt die Wissenschaftlerin. In der Kurstadt ist an rund 40 Stellen nach Keramikfunden gegraben worden, alles ist im Archiv des Museums haarklein dokumentiert – eine Erleichterung für die Forschungsarbeit der Archäologin. „So kann ich für manche Teile auch die Herstellungsgeschichte gut nachvollziehen.“

Nach Ende der Erfassung der Stücke und der wissenschaftlichen Auswertung soll eine Ausstellung in den Museen Bad Münder, Springe, Coppenbrügge, Bevern und Duingen auf die Beine gestellt werden. „Es wird aber keine Wanderausstellung“, erklärt Michael Meier. Wer alles über die Geschichte der Töpferei im Pottland – die Region zwischen Bad Münder und Springe im Norden und Duingen im Süden – wissen wolle, müsse alle fünf Museen besuchen.

Die Kieler Archäologin Karola Kröll nimmt die wichtigsten Stücke
  • Die Kieler Archäologin Karola Kröll nimmt die wichtigsten Stücke des münderschen Museums auf – im Schnellverfahren.

„In jedem Haus ist ein Modul zu sehen. Wir hier in Bad Münder zeigen einmal den Weg auf, den ein Fundstück nimmt von der Ausgrabung bis in die Vitrine“, sagt Meier. In anderen Museen erfahren die Besucher etwas über die Herstellung der Stücke oder den Handel. „Keramik aus Bad Münder ist verschifft worden nach ganz Nordeuropa – sogar nach Amerika“, weiß Meier.

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