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Von Bach zum „Danny Boy“

BAKEDE. Glaskunst und Kammermusik in der sorgfältig ausgeleuchteten St. Nicolaikirche schaffen in der Tat eine besinnliche Atmosphäre. Die seinerzeit vom verstorbenen Dr. Jürgen Borghardt ins Leben gerufene „Blaue Stunde“ des Forum Glas hatte auch diesmal wieder viele Besucher nach Bakede kommen lassen.

Jan-Lukas Willms und Sina Günther bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt in der St. Nicolaikirche Bakede. Foto: Huppert

Autor

Christoph Huppert Reporter

„Es sind auch einige Teilnehmer unserer Exkursionen dabei“, so Vorsitzender Hermann Wessling, dessen Verein mit Unterstützung der Kirchengemeinde eingeladen hatte.

Mit der 1997 geborenen Sina Günther konnten die Zuhörer der sehr gut besuchten Veranstaltung eine in Bakede bereits bestens bekannte junge Nachwuchssängerin erleben. Günther, die ihre ersten Bühnenerfahrungen bei Konzerten des Musikzweiges des Hamelner Viktoria-Luise-Gymnasiums sammelte, ist seit 2012 im international renommierten Mädchenchor Hannover aktiv. Ihr Berufswunsch: Opernsängerin. Ab Herbst 2017 will die junge Abiturientin ihren Traum mit einem Gesangstudium verwirklichen.

Als Sina Günthers Partner beim Konzert in Bakede trat dort erstmals der gleichaltrige Jan-Lukas Willms auf. Der in Berlin Schulmusik studierende Musiker ist ebenfalls ein Talent aus der Nachwuchsschmiede der ebenfalls nach Bakede gekommenen Vikilu-Lehrerin Ute Sandfuchs. Willms, der 2015 im Bundeswettbewerb Jugend musiziert in der Kategorie „Klarinette solo“ den zweiten Bundespreis gewann, zeigte in Bakede sein Können an der Orgel und als Sänger.

Die beiden Nachwuchstalente, unterstützt durch die Oboistin Anna Rau und die Begleiterin Elisabeth Hess, hatten für ihren Auftritt ein sehr breit gefächertes Programm zusammengestellt. Das reichte von Mendelssohn-Bartoldys „Auf den Flügeln des Gesanges“ über Schuberts „Ave Maria“ und dem „Leiermann“ aus dessen Liederzyklus „Winterreise“ bis hin zu einer Rossini-Arie und dem irischen Traditional „Danny Boy“.

Günthers Stimme hat in den vergangenen Jahre spürbar an Kraft gewonnen, ist erfreulich unverbraucht und frisch. „Manchmal trägt sie sehr stark auf“, bemängelte ein Konzertbesucher. „Sie muss ja nicht gleich die Netrebko sein.“ Eine Einzelmeinung sicherlich, denn die Mehrzahl der Konzertbesucher zeigte sich von der eruptiven Dynamik und der mitunter unbekümmerten Jugendlichkeit der Sopranistin stark beeindruckt. Allenthalben war in den durchweg sehr präzise vorgetragenen Balladen, Liedern und Arien eine zu Herzen gehende Frische spürbar. Sina Günther ist ein Talent, das ganz am Anfang steht, sich also ausprobieren darf, und nicht an der Messlatte routinierter Operndiven gemessen werden darf.

Mit der „Blauen Stunde“ bot sich beiden jungen Musikern damit gerade das richtige Forum. Man darf auf den weiteren Weg dieser beiden Talente gespannt sein.

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