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Süntellädchen freut sich über Eintrag als „Wirtschaftlicher Verein“

Vom Vereins- ins Handelsregister

Flegessen. Wie alles in der Bundesrepublik ist auch das Vereinsrecht bis ins Letzte Detail geregelt. Mit einer Neuigkeit  wartet jetzt der Dorfladen-Verein Flegessen auf. Ihm wurde die Rechtsform eines „Wirtschaftlichen Vereins“ durch den Landkreis verliehen.

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Autor:

Mira Colic

Flegessen. Wie alles in der Bundesrepublik ist auch das Vereinsrecht bis ins Letzte Detail geregelt. Mit einer Neuigkeit – zugegebenermaßen einer erklärungsbedürftigen – wartet jetzt der Dorfladen-Verein Flegessen auf. Ihm wurde ein knappes halbes Jahr nach der Eröffnung des Süntellädchens die Rechtsform eines „Wirtschaftlichen Vereins“ durch den Landkreis verliehen.

Damit hat der Flegesser Verein ein Alleinstellungsmerkmal im gesamten Landkreis Hameln-Pyrmont und soll als Vorbild für andere Kommunen gelten. „In der Kombination von Dorfladen und dieser Rechtsform sind wir einmalig“, sagt Peter Lehmann, der den Anerkennungsprozess mit Dezernatsleiterin Heidi Pomowski vom Landkreis begleitet hat. Die Außergewöhnlichkeit beruht aus der Kombination eines wirtschaftlichen Unternehmens und eines Vereins.

Ein „Wirtschaftlicher Verein“ führt die Abkürzung „w.V.“ und wird nicht mehr im Vereins-, sondern im Handelsregister geführt. „Obwohl unser Dorfladenverein natürlich weiterhin gemeinwohlorientiert und ohne Gewinnabsicht agiert, wurde dieser Anerkennungsprozess durch den Landkreis notwendig, weil wir uns mit dem Laden in einem unternehmerisch gekennzeichneten Wettbewerbsumfeld bewegen“, erklärt Henning Austmann.

Allerdings bedeute diese Rechtsform keinesfalls automatisch, dass der Verein gewinnorientiert agiere. So steht es auch in der Satzung: „Der Verein ist selbstlos tätig und strebt nicht in erster Linie eine Gewinnerzielung an.“ Vielmehr verfolge er mit seinem „gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb“ das Ziel, „den sozialen Interessen und kulturellen Werten der Einwohner der Ortschaften Flegessen, Hasperde und Klein Süntel zu entsprechen“. Und das mit Erfolg. Die Dorfgemeinschaft und das Miteinander zu stärken habe der Verein in den vergangenen Monaten bereits unter Beweis gestellt. „Der Laden wird sehr gut angenommen und generiert mittlerweile sogar ein auffälliges Zuzugsinteresse“, freut sich Austmann. „Regelmäßig besuchen junge Familien den Laden, die von der Dörfergemeinschaft und dem Bio-Ehrenamts-Laden gelesen haben und nun ein Haus in unseren Dörfern suchen.“

Die Vorteile der Rechtsform erklärt Lehmann: „Sie bietet uns größtmögliche Gestaltungsfreiheit und ist um einiges kostengünstiger.“ So sei etwa bei einer Genossenschaft eine jährliche Prüfung festgeschrieben, die ins Geld gehe. Außerdem sei keine Mindestkapitalanforderung wie bei einer GmbH nötig und ein wesentliches Merkmal sei, dass neue Mitglieder jederzeit aufgenommen werden könnten.

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