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Die Teams des VfL Bückeburg und des ASC Pollhagen-Nordsehl blicken auf wechselvolle Saison zurück

Vom Super-Gau bis zum Bezirkspokalerfolg

Frauenfußball (pm). Einen Pokalsieg, ein erzitterter Klassenerhalt und ein Rückzug aus der Bezirksliga: Die Frauenteams des VfL Bückeburg und des ASC Pollhagen-Nordsehl blicken auf eine bewegte Saison zurück. Und der Blick nach vorn ist nicht weniger spannend: In beiden verbliebenen Mannschaften wirft ein spürbarer personeller Umbruch seinen Schatten voraus, der dafürsorgen dürfte, dass alle drei mit geänderten Zielen in die neue Spielzeit gehen werden.

Der ASC Pollhagen-Nordsehl feierte nach 2002 zum zweiten Mal den

Beim Landesligisten VfL Bückeburg hadert man auch nach Ende der Saison 2005/2006 noch mit der Entscheidung aus dem Vorjahr, die Reserve in die Bezirksliga aufsteigen zu lassen. Wie von vielen Seiten zuvor prognostiziert, ging die Mannschaft der Trainerinnen Gabi Schäfer und Saskia Papenheim in der höheren Spielklasse unter. Tiefpunkt kurz vor der Winterpause war ein 0:18 im Derby beim TSV Eintracht Bückeberge - zu diesem Zeitpunkt nur zwei Plätze besser postiert als der VfL II. Die Notbremse zog der Klub zu spät, um das Team zu erhalten. Immer weniger Spielerinnen wollten die Serie von meist zweistelligen Niederlagen ertragen, drei Akteurinnen, die auch zum Kader der ersten Mannschaft gehörten, verließen das Team in der Winterpause - die Mannschaft wurde noch vor der Rückserie vom Spielbetrieb zurückgezogen - der Super-Gau. Das Schicksal der VfL-Reserve hatte aber auch Auswirkungen auf die kommende Saison: Die Teams der Kreisliga schreckten nach den Beobachtungen in der abgelaufenen Spielzeit davor zurück, für den Bezirk zu melden. "Erst einmal mehr Erfahrungen sammeln und nicht die gleichen Fehler machen wie der VfL Bückeburg", hieß es allerorten. Somit wird es in diesem Sommer keinen Schaumburger Aufsteiger in die Bezirksliga geben. Auch im VfL Bückeburg blieb die Unruhe nicht auf die Reserve begrenzt. Trotz der Rückkehr von Torjägerin Hatixhe Beqiri rutschte das Mittelfeldteam in der Rückserie immer weiter in die Abstiegszone der Landesliga ab. Der nun fehlende Unterbau trug seinen Teil zum Misserfolg bei. Erst ein 4:3-Erfolg gegen den TuS Drakenburg zwei Spieltage vor Schluss sicherte die Klasse endgültig. Absteigen mussten der TuS Schwüblingsen und die SF Rathlosen. Doch schon viel früher hatte für Trainer Thomas Rudolf die Suche nach neuen Spielerinnen begonnen. Die Gründungsmitglieder Carola und Svenja Heinke - sie gaben einst den Anstoß für die erste Mädchenmannschaft im VfL - sowie Torfrau Kathi Schlensker hatten schon im Winter ihren Abschied angekündigt. Ein nicht nur zahlenmäßig schwerer Schlag für das Team. Die gute Jugendarbeit der vergangenen Jahre lieferte zwar Talente, die mit etwas Zeit Landesliganiveau erreichen können, doch die Zeit könnte Rudolf davon laufen: Schon mit dem ersten Spieltag dürfte für den VfL der Abstiegskampf beginnen, sollte der Klub auf seiner Suche in der Pause nicht doch noch fündig werden. Nicht Fisch und nicht Fleisch war auch die Saison für den ASC Pollhagen-Nordsehl bis zum Erreichen des Bezirkspokalfinales. Einmal mehr versäumte es die auf vielen Positionen höherklassig besetzte Mannschaft, mit mehr Konstanz um den Titel mitzuspielen. Stattdessen war bereits in der Winterpause klar, dass es erneut nichts wird mit dem erhofftenAufstieg in die Niedersachsenliga, sondern es nur zum namenlosen Mittelfeld der Landesliga reicht. Versöhnlicher Abschluss war der zweite Bezirkspokalsieg in der Vereinsgeschichte. Dabei wiederholten sich die Ereignisse: Wie beim ersten Triumph 2002 war Hohenbostel der Spielort, wie 2002 war der Gegner - diesmal Meister TSV Havelse - favorisiert. Dem ASC gelang dennoch ein 2:0-Erfolg als ideales Abschiedsgeschenk für Spielertrainerin Yvonne Tünnermann und Torjägerin Maike Stickel, die den Klub verlassen werden. Das Duo, das in der Vergangenheit viele Spiele allein entschieden hat, wird eine große Lücke hinterlassen, sportlich und als führende Persönlichkeiten des Teams. Eine schwere Hypothek für den Klub in den kommenden Jahren. Doch auch beim ASC drängen mittelfristig viele Jugendspielerinnen in den Landesliga-Kader. Der neue Trainer benötigt ein glückliches Händchen, um die richtige Mischung aus verbliebenen Spielerinnen und jungen Talenten für einen weiterhin erfolgreichen Weg und vor allem eine neue tragende Achse für das ASC-Spiel zu finden.

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