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Gemeindefest rund um die Christuskirche / Projekt "Offene Kirche" gestartet / Viele Angebote rund ums Reisen

Vom Reisequiz bis zum ghanaischen Trommelwirbel

Bad Eilsen (sig). Angefangen hatte alles mit dem Vorhaben, den Weihnachtsmarkt etwas zu entfrachten. Die beiden großen Zelte nahmen nämlich den kleineren Ständen Platz weg. Außerdem wollten die Organisatoren Raum schaffen für zusätzliche Sitzmöglichkeiten der Besucher und für ein ausreichend großes Podest, auf dem die verschiedenen Gruppen auftreten konnten. So wurde der Grundstein für das kirchliche Gemeindefest mitten in der Sommerzeit gelegt.

Keine Reise ohne Koffer: Die Kinder bemalten bunte Pappboxen. Kl

Von sommerlichen Temperaturen war zwar am Beginn nicht viel zu spüren. Weil es nieselte, wurde in der Mitte des Platzes vor der Christuskirche sogar ein Zeltdach aufgespannt. Die Laune des Wettergottes besserte sich aber im Laufe des Tages. Die Besucher kamen trotzdem nicht in Scharen. Dafür gab es an diesem Tag zu viele Ereignisse. Eines davon war sicherlich die Fürstenhochzeit in Bückeburg. Daneben feierten die Buchholzer ihr Schützenfest, und in Obernkirchen stand ein großes Kinderfest an. Aber damit müsse man eben leben, meinte Pastor Reiner Rinne. Schließlich habe die Nachbarstadt nicht jedes Jahr so ein Fest zu bieten, das Tausende anlocke. Einen Vorteil hatte diese Situation: Es wurde richtig familiär vor und in der Christuskirche. Jeder Gast bekam die nötige Aufmerksamkeit geschenkt, und alles lief ohne eine Spur von Hektik ab. Die erste Botschaft von Pastor Reiner Rinne bei der Begrüßung war leider eine traurige. Er teilte mit, dass wenige Stunden vor Beginn des Gemeindefestes Manfred Möhlmann verstorben ist. Ein Mann, der seit Jahren mittendrin war bei den kirchlichen Veranstaltungen des Kurortes als Leiter des Posaunenchores Bad Eilsen-Rolfshagen und des neu gegründetenGospelchors. Einige Verse des danach gesungenen Chorals "Geh aus mein Herz" wurden dem Verstorbenen gewidmet. Manfred Möhlmann hatte nach schwerer Krankheit seine letzte große Reise angetreten. Das hatten die Organisatoren aber natürlich nicht gemeint, als sie dieser Veranstaltung den Titel "Reiselust" gaben. Sie wollten vielmehr an die bevorstehende Ferienzeit erinnern und hatten einige Aktionen darauf abgestimmt. Dazu gab es ein besonderes Quiz, bei dem Preise zu gewinnen waren. Anhand von 40 großen Farbbildern mussten die Orte zugeordnet werden, die sie zeigten. Im Gemeindehaus konnten sich die Kinder kostümieren und zu einem Spaßfoto beitragen. Außerdem wurde ihnen gezeigt, wie man handliche Koffer aus Karton bemalt, in denen sich einige Reiseutensilien unterbringen lassen. Und wenn die Kleinen außerdem ein Spiel oder ein Kuscheltier mitnehmen wollten, gab es dafür auch ein großes Angebot. Selbst an geeigneter Lektüre mangelte es nicht. Unter den Hunderten von Büchern aus verschiedenen Nachlässen befanden sich sowohl Reisebeschreibungen als auch Kinderbücher und zahlreiche Klassiker der deutschen Literatur. Besonders viel Betrieb herrschte in dem Zelt, in dem sich Haushaltsgeräte ohne Ende und auch einige Textilien befanden - von der Saftpresse über den Fonduetopf bis zum Frisiertäschchen und zum Schneeanzug in Kindergröße. Wer das alles hinter sich gebracht hatte, konnte sich mit Bratwurst, Salaten und Getränken stärken. Ab 14 Uhr lockten dazu im Gemeindesaal leckere Torten- und Kuchenstücke. Pastor Reiner Rinne nutzte dass Gemeindetreffen, um das Projekt "Offene Kirche" vorzustellen. Sonnabends von 12 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 18 Uhr ist die Christuskirche künftig für Besucher geöffnet, die hier die Begegnung mit Gott suchen, beten oder einfach die Seele baumeln lassen wollen. "Wir wollen eine gastliche Kirche sein, die Menschen mit ihrer Wärme umfängt und trägt", betonte der Seelsorger. Er kündigte an, dass in einem Raum auch Kaffee und Tee angeboten werden und die Möglichkeit zu Gesprächen gegeben ist. Dort werden zudem Faltblätter zur Geschichte des Gotteshauses sowie andere Publikationen angeboten. Unweit vom Altar steht künftig ein Tisch mit einem Gästebuch. Im Rahmen des Gemeindefestes stellten sich auch die zurzeit im Kurort weilenden Kinder aus dem weißrussischen Patendorf Swonez vor. Außerdem traten der Gospelchor, der Posaunenchor und die Heeßer Dorfjugend auf. Vor dem Altar hatte eine Jugendgruppe aus Porta Westfalica Platz genommen, die mit Trommeln aus Ghana und afrikanischen Rhythmen sowie Gesängen die Zuhörer erfreute.

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