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Auch Grüne und FDP schicken voraussichtlich Kandidaten ins Rennen / Rätselraten um Lippmann

Vierkampf ums OB-Amt in Sicht

Hameln. Die Amtsinhaberin und einstige SPD-Kandidatin legt sich öffentlich noch nicht fest und wird zudem bereits für einen ganz anderen Posten gehandelt. Die CDU sucht noch ihre Antwort auf die Kandidatenfrage und will sich dabei nicht hetzen lassen. Und die anderen Parteien? So viel zeichnet sich bereits ab: Bei einem Zweikampf um den Job von Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann wird es in Hameln nicht bleiben: Auch Grüne und FDP tendieren dazu, mit eigenen Kandidaten in den Wahlkampf zu ziehen – wie schon bei der letzten OB-Wahl 2006.

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite

Mit eigenen Leuten sei man bei den vergangenen zwei Bürgermeisterwahlen und zuletzt auch der Landratswahl gut gefahren, erklärt Ursula Wehrmann, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Hamelner Rat. „Wir machen das, um unsere Eigenständigkeit zu beweisen.“ Über grüne Themen lasse sich im Wahlkampf eben besser reden, wenn es auch einen grünen Kandidaten gebe. Über Namen jedoch spricht die Grüne derzeit noch nicht. Die Entscheidung der Partei über Kandidatur und Kandidat stehe noch aus.

Der Hamelner FDP-Vorsitzende Klaus-Peter Wennemann wird schon etwas konkreter. Zwar sei auch bei den Liberalen noch lange nicht über einen eigenen Kandidaten entschieden. Der Parteivorstand denke bisher lediglich darüber nach. Wennemann tendiert jedoch zum eigenen OB-Kandidaten, der Fraktionsvorsitzende im Rat, Hans Wilhelm Güsgen, ebenso. Wennemann nennt bereits Namen: Rüdiger Zemlin habe vor sieben Jahren eine „gute Figur“ gemacht (er holte damals 14 Prozent), habe allerdings als Anwalt „sehr gut zu tun“. Die stellvertretende Bürgermeisterin Ina Loth sei ebenfalls eine Option, ihre „besonders hohe Sozialkompetenz“ sieht der Parteivorsitzende als entscheidendes Plus. Und dann seien da auch noch die Ratsherren Güsgen und Herbert Habenicht – wobei Güsgen selbst allerdings bereits abwinkt. Alternativ sei zudem ein Kandidat von außerhalb denkbar, erklärt Wennemann.

Der Liberale Wennemann rechnt derzeit damit, dass für die CDU Fraktionschef und Mehrheitsgruppensprecher Claudio Griese antritt. „Ich würde es mir wünschen und hoffe es“, sagt auch Ursula Wehrmann.

Bei der potenziellen SPD-Kandidatin Lippmann indes sieht die Grünen-Fraktionschefin nun „alles in der Schwebe“. In Hannover wird Hamelns OB als eine der vier neuen regionalen Landesbeauftragten gehandelt (wir berichteten). Würde Lippmann den neuen Posten in Hildesheim wollen und bekommen, hätte sie zum 1. Januar 2014 einen neuen Job – und Hameln keine Oberbürgermeisterin mehr. Damit wäre wohl auch der momentan anvisierte Wahltermin, der Eurowahl-Tag 25. Mai, Makulatur. Eine fast halbjährige Vakanz an der Verwaltungsspitze könnte sich Hameln wohl kaum leisten, meint die Grünen-Politikerin.

Der Hamelner FDP-Vorsitzende hält den „Eiertanz“ um die erneute Kandidatur der OB ohnehin für problematisch: „Das schadet Amt, Funktion und Person.“ Lippmann solle Farbe bekennen, fordert Wennemann.

Zunächst einmal brachte die Mehrheitsgruppe aus CDU, Grünen und Unabhängigen nun jedoch ihren Antrag zu einer Wahl am 25. Mai 2014 auf den Weg. Die – angesichts von vier Kandidaten nicht unwahrscheinliche – Stichwahl soll gegebenenfalls drei Wochen später stattfinden – am 15. Juni. Zwar wäre damit das Pfingstwochenende umschifft. Dafür allerdings fiele der zweite Durchgang dann mit dem Felgenfest zusammen.

Wehrmann hofft, dass es ein grüner Kandidat bis in die Stichwahl schafft. Falls nicht, sieht die Fraktionsvorsitzende jedoch keinen rot-grünen Automatismus: „Ich möchte in Erinnerung rufen, dass wir mit der CDU eine Gruppe bilden, die gut und vertrauensvoll zusammenarbeitet.“ Lippmann in einer Stichwahl gegen Griese zu unterstützen, könne sie sich „nicht vorstellen“.

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