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Heß-Plakat und Aufkleber in der Stadt / Reaktion auf Razzien?

Vier Hakenkreuz-Schmierereien auf drei jüdischen Gräbern

Obernkirchen (rnk). Gleich vier Hakenkreuze wurden gestern Morgen auf dem Jüdischen Friedhof entdeckt. Beschmiert waren drei Gräber, zwei Hakenkreuze waren dabei auf das Grab des letzten jüdischen Mitbürgers gesprayt, der dort 1999 bestattet wurde: je eins auf dem Grabstein und eins auf der Grabplatte.

Wann genau die Gräber auf dem Jüdischen Friedhof geschändet wurden, steht noch nicht fest, aber vermutlich steht die Tat in Verbindung mit einer anderen Aktion: Mehrere Zettel und ein Rudolf-Heß-Plakat klebten gestern am Schaukasten des Berg- und Stadtmuseum, die Museumsleiter Rolf-Bernd de Groot sofort entfernte. Auch an anderen Stellen der Stadt, so de Groot, habe er Aufkleber der Rechten entfernen müssen. Es war nicht die erste Tat im Stadtgebiet in diesem Monat: Schon am 12. März war die Gedenkstätte am ehemaligen Standort der jüdischen Synagoge in der Strullstraße/Bornemannstraße mit Hakenkreuzen und SS-Runen verunziert worden. Der Bauhof der Stadt hat die Schmierereien entfernt, die Polizei ermittelt. Uwe Baum vom Fachkommissariat Staatsschutz der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg schloss gestern nicht aus, dass beide Taten eine Reaktion auf die beiden Razzien am Dienstag, 8. März, gewesen sein könnten. Im Morgengrauen waren in Raden und in der Nähe des Steinhuder Meeres die Wohnungen zweier Rechtsradikaler durchsucht worden (diese Zeitung berichtetet). Sie standen im Verdacht, mit Schrauben und Zwillen gegen ausländische Imbisse und auf einen Pkw geschossen zu haben. Die Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg hat die Ermittlungen abgeschlossen.

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