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Kreiselternrat stellt sich hinter Schüler / Mit Polizei zusammenarbeiten

Verursacher der Demonstration sitzen im Landtag in Hannover

Rinteln (wm). Jetzt hat sich auch der Kreiselternrat in die Diskussion um die Stellungnahme des CDU-Stadtverbandes zu den Schülerdemonstrationen eingeschaltet. Der Pressesprecher des Stadtverbandes, Sebastian Westphal, hatte nach Meinung der Ernestinum-Schüler, die mit in Hannover waren, den Eindruck erweckt, sie hätten etwas mit den Chaoten und Linksextremen gemein (wir berichteten). Auch Claus Holst, Vorsitzender des Kreiselternrates, kann nicht nachvollziehen, wie Vertreter großer politischer Volksparteien der Meinung sein können, dass das Demonstrationsrecht stets hinter der Schulpflicht steht.

Es gebe, so Holst, Anlässe und Zeiten, da sei das Demonstrationsrecht überragend: "Und diese Zeiten haben wir jetzt. Der Wissensstand unserer Schüler hinkt den Spitzenländern drei Jahre hinterher. Unsere Schüler werden eingepfercht in Klassen mit 33 Kindern und mehr. Der Mangel an Lehrern in Mathematik, Chemie und naturwissenschaftlichen Fächern ist jahrzehntelang bekannt, oder er war vorhersehbar. Die Politik hat sehenden Auges jahrelang nicht gehandelt und keine Vorsorge getroffen." Jetzt helfe nicht mehr kleckern, sondern nur noch klotzen, so Holst, "um unseren Kindern in Europa Zukunftschancen zu erhalten. 500 Milliarden Euro stehen innerhalb weniger Tage für ein marodes Bankensystem zur Verfügung. Das sind über 6000 Euro für jeden Einwohner Deutschlands! Und wo bleiben die Milliarden für unsere Kinder?" Die Verursacher dieser Schülerdemonstration sieht der Kreiselternrat laut Holst über Parteigrenzen hinweg im Landtag sitzen, der seit 30 Jahren den Schulhaushalt nur als Sparhaushalt benutze. Nach den Zusammenstößen zwischen militanten Gruppen und der Polizei am 12. November werde es "Absprachen zwischen unseren Schülern und der Polizei geben", da sei sich der Kreiselternrat sicher, so Holst. Der Kreiselternrat unterstütze die Schülerinnen und Schüler, die ihr Demonstrationsrecht ausüben. Claus Holst appellierte gleichzeitig: "Wir hoffen, dass es am 26. Januar doppelt so viele Schüler sind, die demonstrieren, und wir bitten die Verantwortlichen bei der Polizei, einen engen Kontakt mit unseren Kindern zu halten und Absprachen zu treffen für den Fall, dass Chaoten wieder einmal eine Plattform suchen!"

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