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Landkreis erhält Planungsunterlagen / Sturmtief verursacht 30 000 Euro Schaden an 104 Einrichtungen

"Versorgungszentrum hat Vorrang vor Umzug"

Auetal (rnk). An Deutlichkeit ließ es Thomas Priemer beim Tagesordnungspunkt "Mitteilungen des Bürgermeisters" im Umwelt- und Bauausschuss nicht fehlen: Sollten der Landkreis und die beteiligten Ärzte grünes Licht für das angedachte medizinische Versorgungszentrum in der "Alten Molkerei" in Rehren geben, dann habe diese Einrichtung zumindest für ihn Vorrang vor einem Umzug der Gemeindeverwaltung in diese Räume.

In der Diskussion: Wer zieht in das Obergeschoss der "Alten Molk

Wie Priemer erklärte, hätten vor Tagen Mitarbeiter des Landkreises gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde die Räume besichtigt und sich davon überzeugt, dass räumlich einer Einrichtung des Versorgungszentrums nichts im Wege stehen würde. Für die Planungen hätten die Landkreis-Mitarbeiter dann die Pläne derAuetaler Verwaltung mitgenommen, die für den Umzug der Verwaltung entworfen wurden. Priemer: "Wir haben also einen Planungsvorsprung." Priemer sprach von einem "Überlegungs- und Prüfungsprozess", in dem sich das Vorhaben nun befinde. Wortmeldungen zu dieser Mitteilung gab es nicht. Sie sind bei diesem Tagesordnungspunkt auch nicht vorgesehen, aber trotzdem nicht unbedingt unüblich. Vom ersten Obergeschoss der "Alten Molkerei" war es nur ein kurzer Weg in die unterste Etage, wo nach den Vorstellungen der Verwaltung ein Bistro eingerichtet werden könnte. Interessenten stünden nicht gerade Schlange, sagte Priemer. Daher habe die Verwaltung 35 000 Euro in den Vermögenshaushalt eingesetzt. Damit soll der Raum so hergerichtet werden, dass sich mögliche Interessenten ein Bild davon machen können, wie es einmal aussehen könnte. Die Verwaltung will kräftig in Vorleistung gehen, weil mit 3-D-Ansichten allein die bisherigen potenziellen Pächter nicht zu überzeugen waren. Auch "Kyrill" spielte in der Sitzung eine Rolle. Auf rund 30 000 Euro schätzt Priemer den Schaden, den der Orkan am 18. Januar an den 104 gemeindlichen Wohnungen, Häusern und Einrichtungen angerichtet hat. Es sind Schäden, die die Versicherungen zum größten Teil übernehmen werden und in denen die Zerstörungen, die das Sturmtief in Wald und Flur anrichtete, nicht enthalten sind. Gefreut hat sich Priemer auch. "Dass der Fachausschuss sichöffentlich und kompetent äußert, das finde ich richtig sympathisch", lobte er vor allem in Richtung Rolf Wittmann von den Grünen, der geraten hatte, das Wurzelwerk der vom Orkan umgekippten Bäume entlang der Aue liegen zu lassen, damit dort Vögel brüten können (wir berichteten). Priemer hatebenfalls Kontakt mit dem zuständigen Wasserunterhaltungsverband Bückeburger Aue aufgenommen. Gemeinsam soll geklärt werden, wem die Teilstücke gehören, auf denen die umgefallenen Bäume nun liegen, wer Eigentümer ist und gegebenenfalls für die Entsorgung zahlen muss. Wie Priemer zudem informierte, werden dafür entlang der Aue Luftbilder gemacht.

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