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Zierkirsche blüht am Steinhof

Verirrte Natur: Milder Winter kann zu großen Schäden führen

Bad Münder. Von wegen weiße Weihnacht. Ein Blick aufs Thermometer zeigt fast 15 Grad. Über Null. Und vorm Rathaus am Steinhof mag man seinen Augen nicht trauen, denn die Zierkirsche neben dem Maibaum steht im prächtiger Blüte.

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Autor:

Christoph Huppert

Bad Münder. Von wegen weiße Weihnacht. Ein Blick aufs Thermometer zeigt fast 15 Grad. Über Null. Und vorm Rathaus am Steinhof mag man seinen Augen nicht trauen, denn die Zierkirsche neben dem Maibaum scheint sich im Monat geirrt zu haben und steht im prächtiger Blüte.

Die japanische Kirsche, prunus serrulatum, ist zwar ohnehin stets früh dran, doch eigentlich schlägt ihre Blütenstunde erst Ende Februar. „Bei uns treiben Krokusse und Haselnüsse“, berichten irritierte Münderaner Gartenbesitzer und auch Gärtner Hermann Sporleder stellt fest: „Alles ist durcheinandergeraten.“

Mehr als fünf Grad liegen die Dezember-Temperaturen in diesem Jahr über dem statistischen Mittelwert. Mit katastrophalen Folgen. „Wenn die Zierkirschen und Apfelbäume jetzt blühen, dann beginnen sie nach der Blüte bei aufsteigendem Saft damit, Blätter zu bilden“, erklärt Sporleder. Wenn dann im Februar wie im vergangenen Jahr noch einige Tage scharfer Frost kommen, dann sind die Bäume kaputt. Erfroren. Sporleder: „Vor allem die Obstbauern im Alten Land fürchten daher um ihre Bestände.“ Für den Gärtner deutet sich da eine Katastrophe an. „Nicht nur, dass wir dann keine Früchte haben werden, auch unser Baumbestand wird erheblich leiden.“

So extrem sei es noch nie gewesen, so der Experte. Was man tun könne? Sporleders Antwort ist kurz und erschreckend: „Nix.“

So schön eine Zierkirschenblüte zu Weihnachten also auch sein mag, so beängstigend ist sie andererseits. Weiße Weihnacht, knackiger Frost und Schlittenfahren wären da eben doch viel schöner.

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