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Kulturtage: Viel Beifall für Chansons der zwanziger Jahre

Vera Skamira gibt die Diva

Bad Eilsen (mig). Einen besseren Ort als das in Ehren ergraute Kurtheater hätten sich Vera Skamira, Stephan Winkelhake und Frank Suchland für ihre Veranstaltung gar nicht aussuchen können. "Süß oder secco" - unter diesem Motto gab die Künstlerin im Rahmen der Kulturtage zwei Stunden die Diva. Mit ihrer beeindruckenden Altstimme sang sie Lieder der UFA-Zeit, etwa "Roter Mohn, den der Liebste mir gab" oder "Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen".

Viele Lieder aus Skamiras Repertoire sind in den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts von Michael Jary geschrieben worden. Aus diesem Grund würdigte die Sängerin den Komponisten mit einem kleinen "Schrein" - einige Fotos, ein Schal - im hinteren Bühnenteil. Aber nicht nur Jarys Geist wurde beschworen. Mitunter hatte man das Gefühl, als stünde nicht Vera Skamira sondern eine Zarah Leander hinter dem Mikrophon. Das schon etwas ältere Publikum jedenfalls genoss die musikalische Wiedergeburt der Leinwandgöttin. Vera Skamiras Interpretation der alten Schellack-Hits wurde heftig beklatscht. Zwischen den einzelnen Liedern trug Frank Suchland aus eigenen und fremden Werken gewohnt gekonnt vor. Eugen Roths vorweggenommener "Kommentar" zur aktuellen Gesundheitsreform oder der "Vortrag zum Thema Gabelweyhe": "Das ist keine Konfirmation eines Essbestecks." Suchland kalauerte, rezitierte, trug vor. Seine Elogeüber eine "Spuckestippe" kam bei den Gästen besonders gut an. Suchland: "Wenn es Ihnen zu langweilig wird, können sie ja mich dahingehend beobachten." Zum Schluss bedankte sich Vera Skamira bei Stephan Winkelhake, dem Mann am Klavier, und wies auf einen wichtigen Termin im Kurtheater hin: Am Sonntag, 23. Juli, beginnt um 20 Uhr die Uraufführung von "Angelo", einem Musical über "Liebe, Tod und Teufel" von Winkelhake. Wieder im Kurtheater.

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