weather-image
13°
Ortsumgehung Steinbergen: Politiker sollen Druck machen, Studenten nach einer Lösung suchen

"Unternehmt ihr nichts, passiert auch nichts!"

Steinbergen (wm). Selbst für den Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, in Hameln, Markus Brockmann, ist klar: Die Ortsumgehung Steinbergen rangiert im Landkreis bei den absolut notwendigen Straßenbauten hinter der Ortsumgehung von Sülbeck auf Rang zwei.

Ohne Tunnel würde die Umgehung - wo auch immer -über den Berg un

Bleibt als Problem: Die Sülbecker Umgehung hat es in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes geschafft, die Steinberger Umgehung rangiert dagegen nur unter der Rubrik weiterer Bedarf. Das zuändern wollen jetzt die Steinberger Ortsräte mit Unterstützung von Professor Dr. Ing. Norbert Rogosch, Fachmann für Entwurfsplanungen im Straßenbau, und seinen Studenten angehen. Die Politiker wollen "Druck machen" und setzen hier auch auf die heimischen Abgeordneten bei Land und Bund, während die Studentengruppe um Professor Rogosch von der Fakultät Bauwesen der Fachhochschule Holzminden eine mögliche Trasse für die Bundesstraße als Diskussionsgrundlage ermitteln soll. Eine Studentengruppe hatte bereits in einer Machbarkeitsstudie Alternativen zu einer teuren Tunnellösung (25 Millionen Euro für 1,6 Kilometer) gesucht - bisher ohne konkretes Ergebnis. Inwischen, so der Professor, gebe es gute digitale Geländemodelle mit denen man arbeiten könne, auch eine Geländebegehung sei noch einmal geplant. Ein Problem einer alternativen Trasse sei, dass man weiträumiger planen und andere Anschlusstellen finden müsse, als bisher gedacht, ganz abgesehen von den ökologischen wie schallschutztechnischen Problemen. Für Markus Brockmann, der selbst als Honorarprofessor an der Fachhochschule unterrichtet, ist klar, dass die Planungsgruppe der Fachhochschule keine Konkurrenz zu einem professionellen Planungsbüro sein kann, aber "praxisnah" unter Berücksichtung der technischen Machbarkeit eine Trassenführung präsentieren könnte. Um die Chancen für eine Höherstufung zu verbessern sei es sinnvoll, wenn die Gemeinde etwas vorweisen könne, da sind sich Brockmann, Rogosch und Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz einig. Ein Signal, das er auch bei einem Besuch im Verkehrsministerium erhalten habe, schilderte Buchholz auf der jüngsten Ortsratssitzung: "Wenn ihr nichts unternehmt, passiert auch nichts." Rogosch hofft, dass neue Pläne im Frühjahr kommenden Jahres vorliegen, also noch rechtzeitig für eine neue Überprüfung der Einstufungen für den Bundesverkehrswegeplan im Jahr 2009. Als wichtigstes Ziel formulierte Ortsbürgermeister Heiner Bartling: "Die Umgehung muss in den vordringlichen Bedarf hochgestuft werden." Trotzdem möchte Professor Rogosch den Steinbergern keine Hoffnung auf eine allzu schnelle Lösung machen. Selbst wenn die Umgehung höher gestuft werde, sei es unrealistisch zu erwarten, dass mit dem Straßenbau in den nächsten Jahren begonnen wird. Rogosch: "Es gibt Städte, die warten schon seit 30 Jahren auf eine Umgehung, denken sie nur an die Ortsumgehung Celle oder an Bad Oeynhausen". Die Steinberger hoffen auf ihren Tunnel durch den Berg jetzt immerhin auch schon seit gut zwanzig Jahren. Und der jüngste Anlauf, hier politisch etwas zu verändern, ist 1998 unternommen worden, mit Blick auf den zu erwartenden Verkehr bei der Weltausstellung im Jahr 2000.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare