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Neunte Auflage von „Hallo Luther“ findet große Resonanz / Sketch mit münderschen Handwerkern

„Unsere Kirche ist doch kein Fertighaus“

Bad Münder (hzs). Bei prächtigem, goldglänzendem Herbstwetter aber eiskalten Temperaturen hatten sich fast noch mehr Teilnehmer unterm frisch sanierten Süntelturm zur neunten Auflage von „Hallo Luther“ eingefunden als im vergangenen Jahr.

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Das jährlich am Sonntag vor dem Reformationstag stattfindende Fest stand unter dem Motto „Kirche baut auf – Richtfest am Süntelturm“. Doch nicht die vor Kurzem abgeschlossene Turm-Sanierung sei damit gemeint, sondern die fortwährende Selbstrenovierung der Institution Kirche, so die federführend für die Organisation verantwortliche Hachmühler Pastorin Frauke Kesper-Weinrich.

Vom Team der Süntelturm-Gastronomin Carola Hartmann mit heißen Getränken, Lutherwürstchen, Lutherbier und Lutherbrötchen versorgt und musikalisch eingehüllt in die Klänge der vereinigten, von Edeltraut Mai geleiteten Posaunenchöre aus Bakede, Bad Münder, Hameln und Hachmühlen, erlebten die Besucher einen Kirchenauf- und -ausbau der besonderen Art. Angeleitet von der Flegesser Pastorin Ursula Koopmann und Lothar Ruck vom Kirchenvorstand Bad Münder, errichteten mündersche Handwerker symbolisch einen Kirchenbau. Für (lebende) Steine, Fenster, Bedachung und Beleuchtung sorgten der Maurer Thomas Matthies, der Elektriker Dirk Papenburg samt Sohn „Lehrling“ Luca, der Nettelreder Tischler Wilfried Wehrhahn sowie in zünftiger Kluft Zimmermann Kord Schreiber aus Altenhagen. Mit einem riesigen Schul-Geodreieck und Zirkel bewaffnet, steuerte der eigentlich im Bankfach tätige Swen Fischer das notwendige Architekten-Know-how bei.

So entstand binnen weniger Minuten unter dem großen Luther-Banner am Süntelturm eine für jedermann sicht- und greifbare Illustration des Mottos „Kirche baut auf“. Das sei durchaus doppeldeutig gemeint, so Kesper-Weinrich: Zum einen erneuere sich die Kirche innerlich stets neu, zum anderen baue sie ihre Mitglieder immer wieder auf. „Unsere Kirche“, so die Pastorin, „ist schließlich kein schlüsselfertiges Fertighaus, sondern braucht Hand- und Kleinarbeit. Immer wieder aufs Neue.“

Ergänzt wurde das ebenso fantasievolle wie eingängige Spiel durch zahlreiche Attraktionen: etwa einen Bastelbogen vom Kirchenhaus zum Ausschneiden für Kinder, ein Nageleinschlagwettbewerb und ein Würfelspiel über Luthers Leben.

Mit der neunten Ausgabe von „Hallo Luther“, darin waren sich die Besucher einig, haben die Verantwortlichen wieder einmal getreu dem Evangelium auf solidem Fels und nicht auf Sand gebaut.

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