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Ausschuss stimmt Betriebsplan der Barbara zu / Politiker loben Wiederherstellen des Kammweges

Ungemütlicher Ortstermin im Steinbruch

Kleinenbremen/ Wülpke (ly). Zwischen Politik und Barbara Erzbergbau GmbH glätten sich die Wogen. Im Portaner Ausschuss für Planung, Umweltschutz und Bauwesen beschwor Vorsitzender Michael Temme gar einen "fast schon histori- schen" Moment: "Dietrich Müller-Prasuhn lobt den neuen Betreiber des Steinbruchs." Eine "positive Grundstim- mung" bemerkte auch der Technische Beigeordnete Stefan Mohme - und zwar im gesamten Gremium.

Tosender Wind, peitschender Regen: Vom Wetter lassen sich die Po

Müller-Prasuhn (SPD), sonst eher als Barbara-Kritiker bekannt, hatte dem Unternehmen für die Sanierung des Bergrutsches am Heineberg, passiert Ende 2000, sowie künftige Pläne Anerkennung ausgesprochen. "Dort oben hat sich etwas bewegt", stellte Müller-Prasuhn fest, wenn auch mit der Einschränkung: "Wir haben lange darauf gewartet." Dennoch: Der Kammweg sei wieder hergestellt, Wanderer könnten jetzt gefahrlos über die Wülpker Egge bis auf Höhe des Heinebergs gehen und weit ins Schaumburger Land blicken. Zu Plänen des Unternehmens, den südöstlichen Steinbruch zum Zwecke des Abbaus um bis zu 40 Meter tieferzulegen, meinte der Politiker: "Es macht Sinn, weiter in einem Bereich abzubauen, der landschaftlich bereits beschädigt ist, anstatt neue Flächen aufzureißen." Genau das hat die Barbara beantragt: Auf einer Fläche von 4,5 Hektar, in den 1960er-Jahren bereits genutzt, sollen bis zu 15 Jahre lang insgesamt 2,2 Millionen Tonnen eisenschüssiger Kalkstein (Korallenoolith) für Straßenbau und Betonindustrie gewonnen werden. Geplant sind im Tagebau Wülpker Egge 200 000 Tonnen jährlich. "Eine Tieferlegung ohne Flächen- erweiterung", wie Geschäftsführer Jürgen Müller betont. Der Ausschuss hat dazu grundsätzlich seinen Segen gegeben und dem Hauptbetriebsplan zugestimmt. Er fordert jedoch, dass vor 8 und nach 18 Uhr nicht gesprengt wird. Fremdboden zur Rekultivierung müsse zum Ende der Abbauphasen zur Verfügung stehen. Die Barbara hält eine Rutschgefahr im Bereich der Wülpker Egge für "ausgeschlossen" und beruft sich auf ein Gutachten, während Müller-Prasuhn aus der Expertise zitiert, dass die Standsicherheit der Abbauböschung "ausreichend" sei, jedoch "nicht übermäßig hoch". Auf Drängen des Politikers kommt zusätzlich in die Vorlage, dass die Standsicherheit der Böschung gewährleistet sein müsse. Aus Bückeburger Sicht bedeutet das neue Abbauvorhaben, dass der Blick auf die etwa 60 Meter hohe Südwand frei wird. Dem Gesteinsabbau weichen muss der bewaldete Vorberg. Verloren gehen etwa 0,9 Hektar Wald. Als Ausgleichsfläche an anderer Stelle haben sich Stadt, Forstamt und Untere Landschaftsbehörde auf 1,5 Hektar verständigt. Einer Meinung sind Stadt und Barbara, dass eine Aufforstung im direkten Umfeld des Steinbruchs Sinn macht. Am Rande: "Porta Westfalica hat nur 15 Prozent Waldanteil", so Umweltamtsleiter Dr. Albrecht von Lochow vor. "Bundesweit liegt der Schnitt bei 30 Prozent." Vorausgegangen war der Sitzung ein ungemütlicher Ortstermin. Tosender Wind, peitschender Regen, wabernder Nebel: Trotzdem nahmen der Ausschuss den matschigen Kammweg unter die Gummistiefel, um von oben in den Steinbruch blicken zu können. Zu genehmigen hatten die Politiker übrigens nichts. Dafür ist das Bergamt Kamen zuständig. Zustimmung oder Ablehnung aus Porta kann dennoch Gewicht haben.

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