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Nach vielen, vielen Jahren: Feuerwehr Vehlen erhält endlich ein neues Staffellöschfahrzeug

"Undüberhaupt: Es ist nicht finanzierbar"

Vehlen (rnk). Normalerweise bleiben die Mitglieder der Feuerwehr bei der symbolträchtigen Schlüsselübergabe für ein neues Fahrzeug unter sich. Normalerweise. Aber nicht in Vehlen: Sehr viele Dorfbewohner waren am Freitagabend dabei, als Stadtbrandmeister Rolf Schaper das neue Staffellöschfahrzeug übergab. Vielleicht wollten sie sich davon überzeugen, dass es wirklich soweit war.

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D enn gewartet hat die Feuerwehr Vehlen auf diesen Tag lange. Sehr lange, wie Schaper unterstrich, der von vielen langen schlaflosen Nächten sprach, während Ortsbürgermeister Werner Harder von den vielen Haaren erzählte, die er über den Kampf um das neue Fahrzeug verloren habe, von den vielen begleitenden Nackenschlägen gar nicht zu reden. Schaper sprach von acht Jahren "Vorbereitungsphase" (andere Redner nannten gar neun Jahre), bis das Löschfahrzeug endlich auf dem Hof der Vehlener Feuerwehr stand. 180 PS stark ist es, was man am Berge schon deutlich merke, meinte Schaper. Dazu kommt eine Pumpenleistung von 1000 Litern in der Minute, ein Wassertankinhalt von 750 Litern, zwei Atemschutzgeräte im Mannschaftsraum, damit die Mitglieder sich schon während der Anfahrt zum Einsatzort ausrüsten können, ein Lichtmast mit 1000 Watt, ein nicht rostender und gewichtssparender Aufbau aus Aluminium, eine festeingebaute Pumpe und Platz für sechs Mitglieder, die Staffel eben - wenn Starkregen und Stürme in unserer Region zunehmen würden, dann bräuchte auch die Wehr ein modernes und gut ausgerüstetes Fahrzeug, betonte Schaper. Friedemann Schuster vom Förderverein der Feuerwehr verwies auf die lange Vorgeschichte: Trotz vieler Bemühungen habe man keine Bezuschussung für das Löschgruppenfahrzeug erhalten, daher habe man anhand von Leistungsmerkmalen das jetzt ausgelieferte Staffellöschfahrzeug auf die konkreten Bedürfnisse der Wehr Vehlen zugeschnitten. Man besitze nun ein Fahrzeug, das den Anforderungen an eine den örtlichen Verhältnissen moderne Gefahrenabwehr gerecht werde. Danach sah es lange nicht aus. Neben der fehlenden Finanzierung gab es zahlreiche zusätzliche Bedenken, sagte Schuster. Das hörte sich dann immer so an: "Das Fahrzeug gibt es noch gar nicht, es ist nicht in der Norm, es ist sowieso zu groß und überhaupt: Es ist nicht finanzierbar." Die sich aus dem Anforderungsprofil ergebenden Wünsche für eine zusätzliche Ausrüstung hätten den finanziellen Rahmen gesprengt, sodass auf der einen Seite der Rat der Stadt den Ansatz erhöhte und gleichzeitig durch den Förderverein ein Zuschuss eingebracht werden konnte, sagte Schuster. "Förderverein, Feuerwehr mit aktiven und passiven Mitgliedern sowie die Bürger haben - jeder nach seinen Möglichkeiten - dazu beigetragen, einen fünfstelligen Betrag aufzubringen." 115 000 Euro habe man investiert, ergänzte Bürgermeister Oliver Schäfer: "Moderne Feuerwehrtechnik ist nun einmal sehr kostspielig." Und: "Zugegeben, das alte Fahrzeug hatte schon 38 Jahre auf dem Buckel." Dass die Mittelüber den Landkreis aus der Feuerwehrschutzsteuer immer weniger werden würden, hatte zuvor Stadtbrandmeister Schaper beklagt, und zugleich darauf hingewiesen, für wen das neue rote Staffellöschfahrzeug gekauft wurde: nicht für die Wehr, sondern für die Bürger der gesamten Stadt: "Die Kameraden wollen mit dem Fahrzeug nur arbeiten und somit das Leben und Hab und Gut der Menschen schützen." Dabei würden die Wehrmitglieder teilweise ihr Leben und ihre Gesundheit bei den Einsätzen aufs Spiel setzen, "deshalb brauchen die Kameraden auch ein der heutigen Zeit entsprechendes Werkzeug". Ortsbürgermeister Harder verwies auf einen anderen Aspekt: Mit dem neuen Fahrzeug erhalte auch die Motivation einen deutlichen Schub. Harder blickte bei diesen Worten auf die erste Reihe der angetretenen Wehr, in der der Nachwuchs stand. Als der Kampf für ein neues Löschfahrzeug für Vehlen begann, waren viele noch gar nicht auf der Welt.

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