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Innovationspreis des Landkreises Schaumburg geht an Rintelner Firma / 23 Projekte, sechs Preise

Und wieder steht Stüken im Scheinwerferlicht

Rinteln/Landkreis (crs). Nur wenige Tage nach der großen Feier zu ihrem 75-jährigen Bestehen steht die Hubert Stüken GmbH erneut im Scheinwerferlicht. Gestern Abend ist der Kleinteile-Hersteller beim 11. Schaumburger Wirtschaftsforum im Brückentorsaal mit dem Innovationspreis des Landkreises ausgezeichnet worden. Und zwar für die "Entwicklung und Produktion eines Gehäusetopfes mit verschleißbeständigem Dichtsitz für ABS-Schaltventile in Kraftfahrzeugen durch Einsatz von Kaltverfestigung in der Produktion" - selbst Hermann Stoevesandt als Vorsitzender der Bewertungskommission musste mit einem leisen Schmunzeln einräumen, "dass ich das nicht ganz verstanden habe..."

Für einen Laien kaum zu verstehen ist auch der enorme wirtschaftliche Erfolg, den Stüken dem gerade mal einen Zentimeter großen Gehäusetopf verdankt, einem an sich unscheinbaren Metallteil. Nach Auskunft von Geschäftsführer Dr. Hubert Schmidt hat das Unternehmen auch dank dieses einen Teils den Jahresumsatz von 100 auf 106 Millionen Euro gesteigert: "Wir sind nach der Markteinführung förmlich mit Aufträgen überrannt worden." Dafür lohnt sich die Entwicklungszeit von zweieinhalb Jahren von der Idee bis zur Serienreife - heute werden täglich 50 000 der kleinen Gehäusetöpfe bei Stüken produziert. Dass sich eine Neuerung wie bei der Firma Stüken erkennbar auf den wirtschaftlichen Erfolg auswirkt, ist eine der wesentlichen Grundlagen des Innovationspreises. Weil die Jury nicht zuletzt diese Voraussetzung auch bei zwei weiteren preiswürdigen Unternehmen erfüllt sah, hat sie von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, das Preisgeld von 6000 Euro aufzuteilen. Stüken bekommt 3000 Euro, die Wilfried Krömker GmbH aus Bückeburg als zweiter Preisträger 2000 Euro, und mit 1000 Euro wurde die Fluidtechnik Bückeburg GmbH mit Sitz in Rolfshagen als drittes Unternehmen ausgezeichnet. Sonderpreise - die anerkennende Auszeichnung mit einer Urkunde und einem Buchpräsent - gingen darüber hinausan die Orgelbau-Werkstatt von Jörg Bente aus Helsinghausen, an die Bioclimatic GmbH mit Sitz in Bad Nenndorf und an die MapTEC Photogrammetry, ebenfalls aus Bad Nenndorf. Beworben hatten sich 22 Unternehmen mit 23 Projekten, "so viele wie noch nie", freute sich Stoevesandtüber die große Resonanz auf den zum sechsten Mal ausgeschriebenen Innovationspreis. Und: "Die meisten Bewerbungen waren von hoher Qualität." Als Gast der Preisverleihungüberbrachte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Philipp Rösler, die Grüße des niedersächsischen Wirtschaftsministers Walter Hirche. Innovation sei die deutsche Antwort auf die Globalisierung, lobte Rösler die Initiative des Landkreises: "Unsere Unternehmen machen das besser, was andere billiger machen." Mit Seitenhieben in Richtung Bundespolitik - so bezeichnete Rösler das Antidiskriminierungs-Gesetz als eine "wirtschaftspolitische Vollbremsung" - sparte der junge FDP-Politiker mit Wurzeln in Schaumburg nicht, mit Lob für die Innovationsförderung durch das Land oder eben den Landkreis Schaumburg ebenso wenig: "Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sind auf Wissenstransfer durch Innovation angewiesen." Ein dankbares Feld für Innovationen sind die erneuerbaren Energien. So hatte Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier zuvor das Ziel formuliert, in Zusammenarbeit mit der Weserbergland AG eine "Energieregion" zu schaffen, die den Anteil erneuerbarer Energien erhöhen und dadurch Arbeitsplätze schaffen soll. Dieses Ziel unterfütterte Prof. Dr. Martin Kaltschmitt als Geschäftsführer des Leipziger Instituts für Energetik und Umwelt mit Fakten, in seinem Vortrag: "Regenerative Energien - Optionen für die Zukunft".

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