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Kinderchorfestival imübervollen Brückentorsaal: "Singen macht Spaß" - das zeigen acht Chöre in buntem Miteinander

Und die alte Moorhexe darf gleich dreimal spuken...

Rinteln. Gäbe es eine Hitliste der beliebtesten Lieder der aktiven Kinderchöre, so würde die von der alten Moorhexe angeführt, die am Sonnabend gleich dreimal auf der Bühne des Brückentorsaales spuken durfte. Nur einer konnte deren Komponisten Margarethe und Wolfgang Jehn an Popularität das Wasser reichen: der Liedermacher Unmada, Manfred Kindel, der mit verschiedenen Interpretationen ebenso oft im Programm erschien.

Autor:

Ina Schroers

Acht Chöre waren angetreten, alle mit dem Ziel, die Region am 7. Juni im Landesfunkhaus in Hannover zu vertreten. Und doch war dies kein Wettbewerb. "Sich treffen, kennenlernen, zuhören", darum geht es, so Lutz Göhmann, Organisator und Leiter der Kreisjugendmusikschule Schaumburg und der Kontaktstelle Musik. Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier, Schirmherr des Kinderchorfestivals, pflichtete ihm bei und ergänzte, "dass die Begeisterung für Singen die Kinder stark macht und schützt, selbstbewusst gegen Drogen, lebensfähig für ihren eigenen Weg". Aber nicht die passionierten Musikpädagogen bestimmen das Bild, sondern die Kinder. Aufgeregt, mit geröteten Gesichtern, Mami und Papi stolz im übervollen Saal, Digitalkameras auf den Sprössling gerichtet. Die Zuschauerreihen mit Kissen aufgestockt, auf denen die Kleinen ihren großen Auftritt erwarten. Und der ist nicht nur für die Familien sehens- und hörenswert, überraschend und abwechslungsreich. Mozart wird mit altersgemäßem Text aufgepeppt, Märchenlieder wechseln mit Schul-Songs, aktuelles Liedgut mit traditionellen, auch interkulturellen Klängen. Der Chor der Gerda-Philippsohn-Schule zählt 80 Kinder und konkurriert mit dem neunköpfigen Wohnzimmerchor, den Nienstädt-Sisters. Die Jüngsten aus dem Comenius-Chor, "einer ist grad noch für kleine Zwerge...", treten gegen 5. und 6. Klassen an - und der KJMS-Kinderchor hat sich erst in den letzten Tagen für diese Veranstaltung zusammen gefunden. Da möchte niemand mit den Juroren Jürgen Oberschmidt, Annette Pflug-Herdrich und Karl-Heinrich Westphal tauschen, die am 6. Mai in der Fachkommission des Landesmusikrates eine Entscheidung treffen müssen. Seit Februar gibt es an jedem Wochenende Veranstaltungen im Rahmen dieses landesweiten Festivals, an dem insgesamt 280 Chöre teilnehmen. "Eine neue Chorlandschaft muss zeitgemäßer werden und die Nachwuchsarbeit hat erst spät begonnen", meint Göhmann und ist glücklich über das Engagement und den Idealismus aller Beteiligten, die dafür sorgen, dass "die Leidenschaft und das Feuer für Musik" sich weiter ausbreiten - und hier schon sichtbar und spürbar werden. Das Ganze ist immer mehr als die Summe seiner Teile. Dieser besondere Geist des Chor-Singens wurdeüberzeugend transportiert. Das Gemeinsame steht im Vordergrund und bildet einen wohltuenden Kontrast zu den Casting-Shows des Fernsehens, in denen das Jeder-gegen-jeden-Modell fröhlich propagiert wird. "Kleine Leute, bunte Lieder", und kunterbunt wird es, als zum Schluss das Publikum noch mit gefordert ist, und den Beweis antritt: "Singen kann doch jeder", "Singen macht Spaß" und "Viva la musica". Alle, die diesen Nachmittag genossen haben, können sich auf den Konzert-Mitschnitt freuen, der in Kürze bei Robert Pflug, Profund-Studios, erhältlich ist.

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