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Umbau des Museums geht in die letzte Phase

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Hameln (ni). Aufgebrochene Wände, Löcher im Fußboden, Maurerkübel in der einen Ecke, ein Stapel von Brettern in der anderern - und über allem eine dicke Staubschicht: Im Hamelner Museum haben Handwerker die Regie übernommen.

Die Umbauarbeiten im Stiftsherrenhaus sind inzwischen weitgehend abgeschlossen; die Handwerker konzentrieren sich jetzt auf das Leisthaus und werkeln an allen Ecken und Enden. In dem scheinbaren Durcheinander auf allen Etagen behalten Hans Jäger und Burghardt Sonnenburg den Überblick. Architekt der eine, Mitarbeiter des Museums der andere, können sie jede Stelle deuten, an der hinter abgeschlagenem Putz oder unter aufgebrochenem Boden ein Stück Vergangenheit sichtbar wird.  „Hier“, erklärt Sonnenburg und zeigt auf ein rechteckiges, mit Metallrahmen eingefasstes Loch unter der Treppe im Erdgeschoss des Leisthauses, „hier öffnen wir ein Zeitfenster und zeigen den alten Bodenbelag“. Eine dicke Glasplatte wird später von dem Rahmen gehalten und das „Loch“ darunter beleuchtet, damit das kleinteilige Kopfsteinpflaster aus der Zeit der Renaissance zu erkennen ist. Es bei der archäologischen Untersuchung des Gebäudes ans Licht gekommen und soll den künftigen Museumsbesuchern nicht vorenthalten werden. 

Das Haus „entkernen“ und sein gesamtes Inneres mit glatten Leichtbauwänden neu gestalten – so einfach konnte und wollte Architekt Hans Jäger sich seine Arbeit nicht machen. Das Haus steht unter Denkmalschutz, hat im Laufe der Jahrhunderte einige Veränderungen erfahren und soll im Zuge des jetzigen Umbaus „möglichst viel von seinem Urzustand“ preisgeben. Zeitfenster, wie das auf das Renaissance-Kopfsteinpflaster, werden sich darum auch an den Wänden öffnen. Etwa im ersten Obergeschoss, wo der Putz an einigen Stellen vorsichtig abgetragen wurde die dahinter verborgene Wandbemalung aus der Renaissance wieder freigelegt wurde. 

Der gläserne Verbindungsgang zwischen Leist- und Stiftsherrenhaus soll laut Jäger zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes fertig sein. Jäger rechnet damit, die Umbauarbeiten bis zum Jahresende weitgehend abschließen zu können. Danach geht es darum, die renovierten Räume wieder als Museum herzurichten – mit Vitrinen und Regalen für die Präsentation der Ausstellungsstücke nach einem neuen Konzept. Wie lange es noch dauert, bis sich die Tür in die Hamelner Vergangenheit für Besucher wieder öffnet? „Ende des Jahres können wir mehr dazu sagen“, verspricht Burghardt Sonnenburg.

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