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Nabu startet Projekt "Kinder als Naturforscher" / Auftaktveranstaltung in Röcke / Jetzt werden noch Geldgeber gesucht

Tulpen und Narzissen gegen Lamborghini und Mini One

Bückeburg (bus). Der Bückeburger Ortsverein des Naturschutzbundes Deutschland e.V. (Nabu) hat sich in einem neuen Projekt zum Ziel gesetzt, das Interesse von Vorschulkindern an naturwissenschaftlichen Phänomenen aufzugreifen, zu fördern und zu bewahren. Mit der "Kinder als Naturforscher" benannten Aktion solle ein umweltbewusstes Verhalten begünstigt werden, erläuterten Eva von Löbbecke-Lauenroth und Gerd Oppenhausen während der Vorstellung des Vorhabens. "Dass viele Kinder und Jugendliche heutzutage völlig problemlos Automarken wie beispielsweise Lamborghini und Mini One bestimmen, aber Tulpen nicht mehr von Narzissen unterscheiden können, mutet doch ein wenig seltsam an", sagte das Duo.

Tulpe, Auto, Narzisse oder blaue Bohne? Der Bückeburger Ortsvere

I n einer zunächst auf zwölf Monate angelegten Einstiegsphase sollen in zwei vorschulischen Einrichtungen - voraussichtlich der Kindergarten "Pusteblume" in Röcke und der Kindergarten Hespe - wöchentliche Kurse unter der Beteiligung der Kindergärten angeboten werden. "In diesen Kursen soll den Kindern die Möglichkeit geboten werden, ihre direkte Umwelt besser zu verstehen und kennen zu lernen", verdeutlichten die Initiatoren. Im Verlauf von "Expeditionen vor der Haustür" werde der Kinderblick auf die alltäglich erlebbare Natur gerichtet, die Pflanzen- und Tiervielfalt im direkten Umfeld zum Gegenstand der Betrachtung und des Forschens - und Bestandteil der sinnlichen Wahrnehmung. Darüber hinaus kläre das Bildungsprojekt über chemische und physikalische Phänomene auf. Der Grundgedanke der Wissensvermittlung sei, hoben von Löbbecke-Lauenroth und Oppenhausen hervor, auf den Erfahrungen der Mädchen und Jungen aufzubauen und Themen des gewöhnlichen (Er)-Lebens aufzugreifen. Die Nabu-Mitglieder grundsätzlich: "Immer weniger Schüler belegen naturwissenschaftliche Fächer. Die Leistungen in diesem Bereich sind in Deutschland, wie die PISA-Studien eindrucksvoll belegen, im internationalen Vergleich mäßig." Im Gegensatz zu den Schülern zeigten Kinder im Vor- und Grundschulalter ein bedeutend größeres Interesse an naturwissenschaftlichen Erscheinungen. Dieser Neugier begegneten Bezugspersonen häufig mit der (falschen) Annahme, dass es den sehr jungen Menschen an entwicklungspsychologischen Voraussetzungen für das Verständnis naturwissenschaftlicher Zusammenhänge mangele. "Es ist jedoch durch viele Untersuchungen belegt", gaben von Löbbecke-Lauenroth und Oppenhausen zu verstehen, dass Kinder im Vorschulalter durchaus in der Lage seien, "Antworten auf ihre unzähligen Warum-Fragen zu verstehen". Diesen Erkenntnissen zufolge grenze es an Fahrlässigkeit, im Vorschulalter auf eine naturwissenschaftliche Frühförderung zu verzichten. Die Nabu-Experten im Duett: "Die Art und Weise, wie heute auf elementare Kinderfragen eingegangen wird, bestimmt in hohem Maß über eine spätere Ab- oder Zuneigung für naturwissenschaftliche Themen." "Kinder als Naturforscher" soll bereits im März an den Start gehen. Die finanzielle Realisierung des Projekts ermöglichen hauptsächlich Zuwendungen der Niedersächsischen Lottostiftung. Zudem sind Fördervereine und die Stadt Bückeburg im Geber-Boot. Um die Dauerhaftigkeit des Vorhabens sicherzustellen, sind nach Angaben des Nabu-Ortsvereins unterdessen weitere Unterstützter erforderlich. Das Experimentieren, Forschen, Fragen und Staunen solle schließlich über die Einstiegsphase hinaus Fortbestand haben, so die Organisatoren. Im Anschluss an einen erfolgreichen Abschluss des ersten Abschnitts könne das Projekt durchaus auf weitere Kindergärten- und tagesstätten ausgeweitet und eventuell an Grundschulen fortgeführt werden. Weitere Infos unter Tel. (0 57 22) 43 89 (Eva von Löbbecke-Lauenroth) und Tel. (0 57 22) 16 61 (Gerd Oppenhausen).

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