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Für die Sanierung des Jüdischen Friedhofes fehlen noch 12 000 Euro vom Amt für Landentwicklung

Trotz Restrisikos: "Stehen in den Startlöchern"

Obernkirchen (rnk). Bodo Riethmüller hat es schriftlich: Das Restrisiko beträgt zehn Prozent. Die anderen 90 Prozent, so erklärt der "Beauftragte für pflegeverwaiste jüdische Friedhöfe im Land Niedersachsen", seien die Sicherheit, dass das Geld für die Sanierung des Jüdischen Friedhofes im Uhlbachtal in den nächsten Tagen fließen werde. Ein bisschen drängt die Zeit: Am 30. Juni soll die Sanierung bereits Geschichte sein.

Für die Stadt ist es eine einmalige Chance: Nach einem positiven

Noch immer fehlen die Mittel des Amts für Landesentwicklung in Hannover, noch immer ist der "Antrag auf Gewährung einer Zuwendung für Maßnahmen zur Entwicklung typischer Landschaften und der ländlichen Räume" noch nicht bewilligt worden. 16 000 Euro gibt der Landesverband der jüdischen Gemeinde als Zuschuss, jeweils 6000 Euro kommen vom Landkreis Schaumburg und dem Landesamt für Denkmalpflege, weitere 12 000 Euro hat das Amt für Landentwicklung zugesagt. Und wird diese Zusage wohl auch einhalten, betont Jens Schwerin vom Amt für Landentwicklung. Zurzeit werde abgewartet, welche Mittel in den anderen Ämtern für Landentwicklung nicht verbraucht werden würden: Sie würden dann für die Sanierung des Friedhofes bereitgestellt werden. Im letzten Jahr, so Schwerin, habe es für die Obernkirchener Maßnahme nicht mehr gereicht, weil zunächst alle anderen Aufgaben, die bereits angefangen wurden, finanziell ausgestattet wurden. Laut Schwerin werden die versprochenen 12000 Euro "Ende April, Anfang Mai" fließen, aber wenn er an der Stelle von Riethmüller wäre, "dann würde ich jetzt anfangen". Einen Sanierungsplan gibt es längst, erklärt Riethmüller: "Es wird in einem Rutsch gearbeitet, nicht in mehreren Abschnitten." Sechs bis acht Wochen, so schätzt er, wird die Sanierung und Restaurierung dauern - je nach Witterung. Gearbeitet wird auf dem Friedhof, mit einem Kran werden die schiefen Steine zunächst senkrecht aufgestellt und dann fest im Boden verankert. Die Hauptarbeit gilt der Restaurierung der kaputten Grabsteine. Einfassungen fehlen, Ränder sind abgebrochen, Bruchstellen im Stein selbst müssen saniert werden. Eine Firma, so erklärt Riethmüller, ist längst gefunden, die die 105 Grabstellen, 59 Stelen und 54 Kissensteine sowie die 41 mehrteiligen Grabmale fachgerecht restaurieren kann. Riethmüller: "Sie steht in den Startlöchern und kann jederzeit loslegen." Die Stadt Obernkirchenübernimmt im Auftrage des Landesverbandes seit Jahren die landschaftsgärtnerische Pflege der Anlage. Diese Arbeit beschränkt sich im Augenblick auf die Freihaltung des Hauptweges, da die Gartenbauberufsgenossenschaft den Versicherungsschutz für Arbeiten zwischen den umsturzgefährdeten Grabstelen nicht mehr gewährleisten kann. Zur Pflege und Sicherung des Friedhofes wird die Stadt jedoch einen eigenen Beitrag leisten, nämlich die komplette Einfriedung der Begräbnisstätte durch einen neuen, hölzernen Staketenzaun, da der alte Zaun an vielen Stellen abgängig ist. Für Besucher ist der jüdische Friedhof schon seit vielen Monaten durch die Stadt gesperrt: Es droht Gefahr durch umstürzende Grabsteine.

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